Beitragsanpassungen (BAP) in der Privaten Krankenversicherung sind in der Regel nicht vergnügungssteuerpflichtig. Für Versicherte und Versicherer sind mindestens die Kommunikation der erhöhten Beiträge eher unangenehm. Während die Kunden höhere Prämien entrichten müssen, fürchten die Unternehmen um Ruf, Neugeschäft und den Kundenbestand. Im vergangenen Jahr waren die Beiträge im Schnitt um 8,1 Prozent angehoben worden.

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Einen der größten Beitragssprünge mussten Debeka-Kunden hinnehmen. Nach vier Jahren ohne Anpassung stieg der Beitrag im Durchschnitt um 17,6 Prozent. Am stärksten fielen die Anpassungen bei älteren Bisex-Tarifen aus. Debeka-Vorstand Roland Weber nannte die Erhöhung vor gut einem Jahr „eine der stärksten Anpassungen bei der Debeka.“

Für 2022 stehen - wie jedes Jahr - Beitragsanpassungen ins Haus. Im Durchschnitt sollen die Beiträge um 4,1 Prozent angehoben werden. Das geht aus Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherungen (WIP) hervor. Die Studie der Lobby-Verband der Privaten Krankenversicherer in Auftrag gegeben. Denn alljährlich lässt der PKV-Verband die Beitragsanpassungen der PKV mit der Beitragsbelastung der Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gegenüberstellen. Damit soll Eindruck entkräftet werden, dasss die PKV-Prämien steiler ansteigen würden als die Beiträge zur GKV.

Bei den aktuellen Berechnungen des WIP seien die Beiträge von 2012 bis 2022 unter die Lupe genommen worden. Laut Institut seien die Beiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung in diesem Zeitraum um 37,8 Prozent gestiegen. Durchschnittlich habe sich der Beitrag also um 3,3 Prozent pro Jahr erhöht.

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In der Privaten Krankenversicherung seien es nur 2,6 Prozent pro Jahr gewesen. Von 2012 bis 2022 habe der Anstieg der Beitragseinnahmen in PKV je Versicherten nur bei 29,7 Prozent gelegen. Grundlage der Berechnungen bildeten Daten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamtes (BVA) sowie des Verbandes der PKV. Die Zahlen für 2021 und 2022 hat das Institut nach eigenen Angaben auf Basis von Annahmen für das kommende Jahr vorausberechnet.

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