Die private Krankenversicherung hat auch im Geschäftsjahr 2019 unter dem Strich Mitglieder verloren. Demnach sank die Zahl der Krankenvollversicherten im vergangenen Jahr um 0,1 Prozent. Gegen Ende des Jahres zählten die Privatversicherer noch 8,7 Millionen Versicherte. Mit dem neuerlichen Minus bei den Versichertenzahlen hat die Branche nun bereits das siebente Mal in Folge Verluste hinnehmen müssen. Das Analysehaus Morgen & Morgen hat in einem aktuellen PKV-Rating die Branche unter die Lupe genommen und beziffert den Verlust mit 0,4 Prozent. Dagegen habe das Geschäft mit Zusatz-Policen zulegen können. Hier sei ein Plus bei den Versicherten von 1,5 Prozent zu verzeichnen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

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Morgen & Morgen sieht PKV-Markt stabil

Die wichtigsten Bilanzkennzahlen belegten einen leicht positiven Trend im Kapitalmarkt, konstatiert Morgen & Morgen. Jedoch sei die Risikobewertung und Folgenabschätzung der Corona-Pandemie noch nicht absehbar. „Es ist jetzt aber falsch zu glauben, dass ein gutes letztes Börsenjahr in das nächste Jahr übertragen werden kann. Erst 2021 werden wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie absehen können“, macht Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik bei Morgen & Morgen klar, „Dennoch sehen wir den PKV-Markt als stabil an“.

Auf einem recht konstanten Level zeigten sich die Kostenquoten und das Eigenkapital. Dafür habe sich das Kapitalanlageergebnis verbessert. Hier hätten positive Kursentwicklungen bei deutlich höheren Zuschreibungen und geringeren Abschreibungen eine gewichtige Rolle gespielt. Dadurch sei auch die Nettoverzinsung im Schnitt von 3,03 Prozent auf 3,2 Prozent gestiegen. Diese war zuletzt eher auf dem absteigenden Ast. So hatte die Nettoverzinsung im Jahr 2015 im Marktdurchschnitt noch bei 3,7 Prozent gelegen und war dann rasant abgeflacht.

Auch die Bewertungsreservequote und die RfB-Zuführungsquote habe verbesserte Werte eingefahren. Während die Bewertungsreservequote von 11,2 Prozent auf 17 Prozent geklettert sei, habe die RfB-Zuführungsquote um 0,5 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent zulegen können. Gleichzeitig sei die RfB-Quote im Durchschnitt auf 37,1 Prozent gesunken.

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Selbstverständlich last die anhaltende Niedrigzinsphase auch auf der PKV-Branche. Das schlage sich primär in Rechnungszinssenkungen im Bestand nieder. Dies wiederum sei für den Kunden durch Beitragsanpassungen spürbar. Bis 2012 wurden die Tarife mit einem Rechnungszins von 3,5 Prozent kalkuliert. Mittlerweile liegt der durchschnittliche Rechnungszins in den Beständen der Versicherer 2019 bei 2,6 Prozent – 2018 waren es noch 2,8 Prozent.