Freibeträge soll es darüber hinaus für die Bezieher von ergänzenden Grundsicherungs-Leistungen sowie Wohngeld geben. Denn Empfängerinnen und Empfänger dieser Sozialleistungen hätten im schlimmsten Fall mit der Grundrente keinen Cent mehr in der Tasche, wenn sie auf die Grundsicherung angerechnet wird (der Versicherungsbote berichtete). Es wird ein Freibetrag von 100 bis maximal 216 Euro geplant.

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Übergangsbereich eingeführt

Neu im Gesetzentwurf ist der bereits angesprochene Übergangsbereich: eine Art Gleitzone für den Anspruch. Vor allem die CSU hatte auf diese Korrektur gedrängt, um den Übergang in die Altersrente auch für Grundrentner flexibler zu erlauben.

Dieser Übergangsbereich soll laut „Spiegel“ nun zwischen 33 bis 35 Beitragsjahren angesiedelt sein. Dabei werden neben Rentenbeiträgen aus Beschäftigung auch solche aus Kindererziehung und Pflege anerkannt. Für jeden Monat, der zu den 35 Beitragsjahren zählt, soll der Zuschlag etwas geringer ausfallen.

Viele Frauen sollen profitieren

Nach Prognosen des Bundesarbeitsministeriums sollen überproportional Frauen von der Grundrente profitieren: Sie erreichen in der Rentenkasse oft die 45 Beitragsjahre für den vollen Rentenanspruch nicht, weil sie ihre Arbeit für die Kinder oder Pflege Angehöriger unterbrochen haben. Auch arbeiten sie oft in Teilzeit, so dass sie grundsätzlich einen niedrigeren Rentenanspruch erwerben. In Deutschland erhalten Frauen im Schnitt 26 Prozent weniger Rente als Männer, wie eine Studie der Universität Mannheim und der niederländischen Tilburg University ergab. Hochgerechnet auf 15 Jahre Rentenbezug fehlten Frauen im Schnitt rund 25.000 Euro Altersrente.

Bis zu 1,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner könnten ab 2021 von der Grundrente profitieren, so schätzt das Ministerium. Die Kosten werden im ersten Jahr auf 1,39 Milliarden Euro geschätzt, bis 2025 sollen sie auf 1,73 Milliarden steigen. Finanziert werden soll die Rente durch Steuermittel, da die Bekämpfung von Altersarmut eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.