Für Makler ist es ganz einfach, „grün versichert“-Tarife an ihre Kunden zu vermitteln, ohne dass hierfür eine Kooperation mit uns erforderlich ist. Wir sind Lizenzgeber, die mit uns kooperierenden Versicherer Lizenznehmer. Und wir haben kein Vertragsverhältnis mit den Maklern. Durch dieses Konstrukt wird ein schlanker Prozess gewährleistet. Und es ist sichergestellt, dass wir keinerlei Zugang zu Kundendaten erhalten. Als Makler kann man einfach seine Direktanbindung an den jeweiligen Versicherer nutzen oder kann über einen Maklerpool die Anträge einreichen. Die „grün versichert“-Tarife sind bei allen relevanten Pools unter unserem Namen und Logo zu finden.

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Wer sind Ihre Kundinnen und Kunden? Lässt sich eine gewisse Zielgruppe identifizieren, die bevorzugt bei Ihnen abschließt?

Da die Themen soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, sind nachhaltige Versicherungslösungen grundsätzlich für jeden Kunden interessant. Es haben sich allerdings zwei Kundengruppen herauskristallisiert, die besonders affin für dieses Thema sind: Junge Erwachsene nach der Ausbildung oder dem Studium, die ihre ersten Versicherungen benötigen. Und überdurchschnittlich gut gebildete Paare und Familien mit einem überdurchschnittlich hohen Einkommen, im Alter zwischen 30 und 45 Jahre.

Langsam setzt in der Branche ein Umdenken ein: Die Allianz will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden, ein Teil der Gelder wird nach „Environment Social Governance“-Kriterien angelegt. Allerdings ist das auch eine sehr lange Zeit. Macht aus Ihrer Sicht die Versicherungsbranche genug, um nachhaltig zu wirken?

Meiner Meinung nach ja. Dass sich die Allianz grundsätzlich mit dem Thema befasst, ist ein erster guter Ansatz. Der Zeithorizont bis 2050 ist allerdings zu lang — hier wird wertvolle Zeit verschenkt. Neben der Allianz befassen sich auch weitere Versicherer mit dem Thema. Allerdings gehen nur die wenigsten aus der outside-in-Perspektive wirklich konsequent hier heran. Die Versicherer könnten auf Öko-Strom setzen, Emissionen der Dienstreisen und des Geschäftsbetriebs ausgleichen oder einfach wie wir für jeden neuen Antrag einen Baum Pflanzen.

„Fridays for future“ bestimmt aktuell die Debatten, eine Klimasteuer wird in Deutschland diskutiert. Wie positionieren Sie sich selbst zu den Schülerprotesten bzw. einer Besteuerung des Klimas?

Es ist bemerkenswert und bewundernswert, mit welcher Ausdauer die Schüler sich für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass große Teile der jüngeren Generation, die auf absehbarer Zeit für Versicherer und Makler als Kunden interessant werden, konsequent auf Nachhaltigkeit achten.

Versicherungsmakler sind viel mit dem Auto unterwegs, reisen viel und sind unterwegs zu ihren Kunden. Entsprechend fällt der ökologische Fußabdruck schon berufsbedingt nicht so positiv aus. Haben Sie Tipps, wie Makler ihr Büro umweltfreundlich(er) gestalten können?

Jeder hat die Möglichkeit, mit relativ wenig Aufwand seinen Arbeitsbereich und Arbeitsalltag nachhaltiger zu gestalten. Es ist beispielsweise ein Leichtes, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln, um so CO2-Emissionen aus Kohlestrom zu vermeiden. Unvermeidliche CO2-Emissionen, die durch Fahrten zum Kunden oder durch den Geschäftsbetrieb anfallen, können ganz einfach über Anbieter wie beispielsweise Atmosfair ausgeglichen werden.

Die Fragen stellte Mirko Wenig

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