Neue Scoring-Experten im Hause Softfair

Im Mai des letzten Jahres meldete der IT-Dienstleister Softfair den Kauf des Analysehauses „[ascore] Das Scoring“ (der Versicherungsbote berichtete). Freilich: Mit dem Kauf behielt man dennoch die Marke – Softfair schuf sich für seine Ratings (oder genauer „Scorings“) den Sektor „Ascore Analyse“. Nun wurde das erste Unternehmens-Scoring für die Lebensversicherung in neuer Verantwortung veröffentlicht.

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Und wie schon beim diesjährigen PKV-Rating von Ascore bekommen viele Unternehmen „rosige“ Bewertungen durch eine neu geschaffene Skala zugewiesen. In diesem rosigen Gesamtfeld fallen zehn Versicherer hingegen besonders negativ auf, die nur drei Kompasse oder gar nur zwei Kompasse im Test zugeteilt bekommen.

LV-Unternehmensscoring 2019: Was wurde getan?

Alles neu machte der Mai, genauer: Der Aufkauf des Analysehauses durch Softfair. Denn die Experten nutzten die Gelegenheit, ihre Methodik grundlegend zu überarbeiten. So entschied man sich gegen ein lineares und damit „klassisches“ Rating-Verfahren und baute jenes Scoring-Verfahren aus, das die neue Unternehmenstochter von Softfair auch im Namen trägt:

  • Statt dass also zum Beispiel bis zu hundert Punkte für die Erfüllung bestimmter Kriterien je Kategorie vergeben werden, sind nur drei Bewertungen beim neuen Scoring möglich: Entweder null Punkte oder 0,5 Punkte oder ein Punkt. Die Punkte bilden ab, wie sich ein Versicherer gegenüber dem Marktdurchschnitt verhält: Ein „Plus“ durch 0,5 Punkte oder einen Punkt ist demnach nur möglich, wenn durch Kennzahlen der letzten drei Geschäftsjahre der Marktdurchschnitt entweder erreicht oder überschritten wurde.
  • Insgesamt werden für 16 bewertungsrelevante Kennzahlen diese Punkte vergeben. Die Kennzahlen bilden die vier Wertungsbereiche „Erfahrung“, „Sicherheit“, „Erfolg“ und „Bestand“ ab.
  • Gegenüber den linearen Ratings der Konkurrenz entfällt jedoch die Gewichtung der verschiedenen Kategorien und Kennzahlen. Stattdessen fließt Kennzahl um Kennzahl zu gleichen Teilen ins Endergebnis ein. Die Experten versprechen sich dadurch mehr Objektivität.
  • Vergebene Punkte für 16 Kennzahlen werden in einem letzten Schritt addiert und in eine sechs-stufige Skala übersetzt. Das Ergebnis wird durch Kompasse veranschaulicht. Sechs Kompasse sind als „Bestnote“ möglich und bezeichnen ein „herausragendes“ Abschneiden. Als schlechtestes Ergebnis bescheinigt ein einzelner Kompass ein „schwaches“ Abschneiden – dieses Ergebnis musste im aktuellen Scoring jedoch nicht vergeben werden.

Die Ergebnisse des Scorings: Die „Scoring-Sieger“

Wie schlugen sich die Lebensversicherer im aktuellen Scoring? Anscheinend blendend, denn 21 von 68 getesteten Gesellschaften erreichen ein „ausgezeichnet“ mit fünf Kompassen, zehn Gesellschaften sogar ein „herausragend“ mit sechs Kompassen. Am häufigsten jedoch wurden im Test – und zwar an 27 Unternehmen – vier Kompasse vergeben und damit die Bewertung „sehr gut“.

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Folgende zehn Lebensversicherer fuhren die Bestnote von sechs Kompassen ein (nach alphabetischer Reihenfolge) und erweisen sich so, trotz nicht-linearer Bewertung, durch ihr "herausragendes Abschneiden" als Scoring-Sieger:

  • Allianz Lebensversicherungs-AG
  • Alte Leipziger Lebensversicherung a.G.
  • Condor Lebensversicherungs-AG (p.i.)
  • Continentale Lebensversicherung AG
  • Europa Lebensversicherung AG
  • Hannoversche Lebensversicherung AG
  • Ideal Lebensversicherung AG
  • Lebensversicherung von 1871 a.G.
  • R+V Lebensversicherung AG
  • Stuttgarter Lebensversicherung a.G.