2011 war die Zinszusatzreserve eingführt worden. Sie sollte als Sicherheitspuffer dienen, damit die Gesellschaften auch in schwierigen Zeiten die vergleichsweise hohen Garantien aus Altverträgen bedienen können. Doch damals galten Zinsen zwischen zwei und drei Prozent als niedrig.

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Wegen der veränderten Marktbedingungen hatte die Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr Alarm geschlagen und auf eine Änderung der Rechenformel für die Zinszusatzreserve gedrängt. Schließlich würden Unternehmen und Kunden unnötig belastet. Zudem seien bereits rund 65 Milliarden Euro angehäuft worden, argumentierten die Branchenvertreter.

Inzwischen hat die Bundesregierung die Rufe der Branche erhört und die Rechenformel für die ZZR verändert. Diese wird seither per Korridormethode berechnet. Diese solle kurzfristige Schwankungen stärker berücksichtigen. Zudem sollen die Unternehmen künftig wenig in Versuchung geführt werden, ihre Bewertungsreserven aufzulösen. Die neue Formel wurde von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestrickt.

Zinszusatzreserve könnte bis auf 100 Milliarden Euro anwachsen

Und: Die neuen Regeln zeigen Wirkung. Denn im vergangenen Jahr flossen rund sechs Milliarden Euro in die ZZR. Ursprünglich sollten jedoch 18 Milliarden Euro in die Spardose gesteckt werden. Auch der Referenzzins sank für 2018 um „nur“12 Basispunkte auf 2,09 Prozent. Nach der alten Berechnungsgrundlage wäre er hingegen um mehr als 30 Basispunkte gefallen. Das berichtet die Ratingagentur Assekurata.

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Die Zinszusatzreserve solle künftig langsamer und geordneter anwachsen - so der Plan. In der Spitze solle die ZZR bis 2025 ein Volumen von 100 Milliarden Euro erreichen. Ursprünglich hatte Branchenkenner mit knapp 150 Milliarden Euro gerechnet. 2019 solle die Zuführung auf einem ähnlichen Niveau wie 2018 liegen. Damit müsse die Branche erneut etwa sechs Milliarden Euro zurücklegen.