Ein wichtiger Kritikpunkt betrifft das Wegfallen der Garantien. Denn anders als bei „klassischen“ Policen sind die Bedingungen für die Kunden keineswegs sicher. Stattdessen werden jährlich die Rendite-Begrenzungen und ebenso die Zinsen aus der „sicheren Verzinsung“ neu berechnet.

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Die Krux an der Sache: Gerade sinkende Überschüsse im Niedrigzinsumfeld könnten hierbei zu immer schlechteren Konditionen führen. Durch die notwendigen Hebelgeschäfte des Konstrukts nämlich hängen auch Indexpolicen am Tropf erwirtschafteter Überschüsse aus dem Deckungsstock der Lebensversicherer und unterscheiden sich in dieser Abhängigkeit kaum von "klassischen Produkten". Weniger Kapital aus Überschüssen bedeutet aber für Indexpolicen: Options- und Hebelgeschäfte müssen gegenüber den Bankpartnern zu schlechteren Bedingungen abgewickelt werden. Durch Anpassung der Caps bzw. Obergrenzen könnten sich die Rendite-Aussichten für Kunden auf Dauer demnach verschlechtern, ebenso könnte die „garantierte Verzinsung“ durch jährliche Anpassung nach unten sinken. Da das Niedrigzinsumfeld bei Überschüssen Mageres erwarten lässt, sollte man sich von den Renditen der "indexgebundenen Rentenversicherung" also keine Wunder erhoffen.

Auf Dauer teure "Hebel"?

In welchem Maße die Renditechancen aber an Optionsgeschäfte gebunden sind, muss auch mit Blick auf die Börsen diskutiert werden … gerade in Krisenzeiten könnten Optionspreise und damit Absicherungsinstrumente an den Wertpapierbörsen teuer werden. Braucht es doch Bankpartner, die aufgrund optimistischer Aussichten auf gute Geschäfte die Risiken übernehmen. Je schlechter die Börsen aber dastehen, desto teurer wird die Absicherung der Preis- und Kursrisiken durch Optionsgeschäfte für Versicherer.

Dieses Risiko betrifft freilich nur die erwarteten Renditen. Denn positiv gegenüber diesem Einwand ist hervorzuheben: Die "Indexpolice" bietet aufgrund großer Anteile der Gelder im sicheren Deckungsstock der Lebensversicherer einen gewissen Schutz vor derartigen Verwerfungen ... so die "sicheren" Anleihen im Deckungsstock tatsächlich halten, was sich die Politik davon verspricht.

Intransparent mit hohen Kosten?

Zu den Kritikpunkten gehören aber auch "hohe Abschluss- und Verwaltungskosten". Leider machte das Institut für Vorsorge und Finanzplanung zu diesem oft wunden Punkt bei Lebensversicherungspolicen (vorgebracht zum Beispiel durch die Seite "finanztip.de") keine Angaben. Kritik ganz anderer Art betrifft die Transparenz des Produkts und insbesondere die Transparenz der Garantiekosten. Denn schon die Optionsgeschäfte sind eine Wissenschaft für sich und sind für Laien kaum nachvollziehbar. Auch stellt sich grundsätzlich die Frage, ob Kunden das komplexe Produkt wirklich durchschauen oder mit falschen Werbeversprechen angelockt werden. Denn wissen die Kunden um die "Hebel", mit denen die Versicherer an der Börse arbeiten?

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Eine Gerichts-Schlappe gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg kassierte in diesem Kontext die Allianz: Bestimmte Formulierungen darf der Versicherungsriese aus München nun nicht mehr verwenden, wenn er seine Fondsrente „Index Select“ auf der hauseigenen Webseite anpreist. Denn die Formulierungen würden irreführende Werbeaussagen enthalten. Eine der beanstandeten Aussagen betrifft den Kern des Produkts: das Versprechen, man habe mit der Police direkt an der Wertentwicklung des Index, am Eurostoxx 50, teil (der Versicherungsbote berichtete).