"Entscheidend ist nicht die Frage: Wo ist der Kunde? Sondern entscheidend ist die Frage: Wo sind wir?", so fasste Ergo-Vorstand Kassow das Problem zusammen. Es sei wichtig, "dass wir uns in die neuen Ökosysteme der Kunden integrieren" - also den Verbraucher online abholen. Auch Vermittler und Versicherungsmakler müssten sich da einbringen.

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Insurtechs als Partner

Hier sind die InsurTechs durchaus auch Helfer für Vermittler und Makler, hob Allianz-Leben-Chef Faulhaber hervor. Beeindruckend sei, mit welcher Radikalität sie Versicherungen vom Kunden her denken und mit welcher Schnelligkeit sie Ideen vorantreiben. "Da können wir von diesen Speed Boats einiges lernen". So würden sie auch Helferlein bereitstellen, die Vermittler im Kontakt mit dem Kunden für eine neue Ansprache nutzen könnten. Alle anwesenden Versicherer kooperieren mit Start-ups für digitale Lösungen.

Es gelte, Versicherungs-Produkte zu vereinfachen und radikal am Kunden auszurichten, argumentierte Faulhaber. "Für mich ist Digitalisierung nicht Technologie, sondern Strategie." So kooperiere der "alte Tanker Allianz Leben" zum Beispiel mit Startups und Insurtechs in Berlin. Achim Kassow ergänzte, die Leidenschaft und auch eine gewisse Fehlertoleranz der Insurtechs mache sie als Partner interessant, um sich auf das neue Kundenverhalten einzustellen.

"Wir brauchen beides: Technologie und Empathie", sagte auch Alexander Vollert von der Axa. Und hatte eine interessante These: "Der Versicherer von morgen ist ein emphatischer Tech-Konzern". Aber kein Insurtech könne den persönlichen Vertrieb ersetzen. Gebraucht werden sie trotzdem: um den Vertrieb zukunftsfähig zu machen.

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So kommt den Insurtechs eine Doppelrolle zu: als Konkurrenten und Partner. Und notwendiges Korrektiv einer Branche, die nicht gerade dafür bekannt ist, Innovationen zu befeuern, wenn es um den Kundenkontakt geht. "Insurtechs befruchten uns uns treiben uns zugleich vor sich her", so Vollert.