Da saßen sie: Markus Faulhaber (Allianz), Achim Kassow (Ergo), Alexander Vollert (Axa) und Arnim Zitzmann (Nürnberger) in der Elefantenrunde auf der DKM. Mindestens 120 Jahre Branchenerfahrung.

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Die Versicherungsvorstände - fast alle 50+ - waren sich auf der größten Versicherungs- und Maklermesse Deutschlands einig: “Die persönliche Beratung durch einen Vermittler” werde auch vor allem bei komplexeren Produkten weiterhin Bestand haben. Die Konsequenz: Zufriedene Gesichter. Vor allem Vertriebler aus der Praxis, die sich den Messebesuch trotz aller Ausschreibungen und Endjahresrallies ermöglicht hatten, atmeten erleichtert auf. “Wird wohl nicht so schlimm werden. Das mit der Digitalisierung. Man braucht uns noch.”

Bei aller persönlichen Sympathie für die Teilnehmer des Panels, hier scheint den großen grauhaarigen Elefanten die tektonischen Verschiebungen im Kundenverhalten der letzten Jahre entgangen zu sein. Ganze Industrien gingen zu Grunde. Warenhausketten sind pleite. Der Buchhandel skelletiert. Alte Technologiekonzerne obsolet. Die einst stolze deutsche Autoindustrie im Überlebenskampf. Die Gründe: Die Verbreitung des Internets und die Unfähigkeit des etablierten Managements hierauf Antworten zu finden.

Milliarden Euro gegen den Vermittler

Die Versicherungswirtschaft wird gerade voll davon erfasst: Seit 2012 steckten Investoren weltweit über 100 Milliarden in neue Technologien und neue Geschäftsmodelle in der Versicherungswirtschaft. Das Ziel: Auch die großen Umsatzströme aus München, Köln und Hamburg in ihre Konzernzentralen umzulenken. Fast alle setzen kurz- oder mittelfristig dabei darauf, den Vermittler aus dem Versicherungsvertrieb durch Technologie und neue Konzepte zu ersetzen.

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In Zeiten dramatischer Veränderung bot die Gruppe wichtiger deutscher Versicherungsvorstände ihren Vertrieblern Beschwichtigung als Antwort? Auch unsere Großeltern konnten sich nicht vorstellen, nicht mehr im Tante-Emma-Laden um die Ecke persönlich bedient und aufgrund der komplexen Produkte dort beraten zu werden. Verpönt waren diese zwar günstigen aber so anonymen Supermärkte mit langen Gängen ganz ohne Personal. Und heute?