Auf ein gutes erstes Halbjahr 2017 kann die Allianz Deutschland zurückblicken. Der Umsatz legte insgesamt um 7,8 Prozent zu und wuchs damit auf 18,2 Milliarden Euro, wie die Münchener am Donnerstag in einer Pressemeldung berichten. Das operative Ergebnis lag mit 1,2 Milliarden Euro um 3,6 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums: Auch dank neuer Produkte, die in den letzten Monaten eingeführt wurden, sowie steigender Online-Abschlüsse.

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Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG, sieht die Allianz "auf dem richtigen Weg". Ziel der Allianz sei es, "in den Lebenswelten der Kunden relevant zu sein. Wir wollen mehr sein als ein Versicherer, der Rechnungen bezahlt“, sagte der Vorstandschef. Hierfür habe die Allianz im ersten Halbjahr 21 neue Produkt- und Service-Ideen getestet und dazu rund 5.000 Kunden befragt. Auch könnten mittlerweile die meisten Produkte online auf allianz.de abgeschlossen werden. In der Risikolebensversicherung seien beispielsweise die Online-Abschlüsse um 44 Prozent gestiegen.

Trotz einer weltweiten Digital-Offensive setzt die Allianz auf dem heimischen Markt weiterhin auf die klassischen Vertriebskanäle, vor allem über die Agenturen. Auf jeden Abschluss im Internet "kommen zehn weitere Nutzer, die über die Website zu einem Vermittler gelangen und sich bei diesem versichern", berichtet Knof. „Uns ist es daher wichtig, den Übergang für die Kunden von der Internetseite zu einem unserer Vertreter so einfach wie möglich zu gestalten.“

Kennzahlen der Allianz Deutschland für das erste Halbjahr 2017. Quelle: allianz.de

Lebensversicherung: Beitragseinnahmen wachsen um 13,2 Prozent

Den größten Sprung machte der Versicherer in einer Sparte, die branchenweit kriselt: In der Lebensversicherung stiegen die Beitragseinnahmen laut Pressetext um 13,2 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro an. Ebenso legten die Leben-Neubeiträge mit einem Plus von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich zu.

Selbst bei kapitalmarktnahen Lebens- oder Rentenversicherungen würden drei von vier Kunden auf ein Produkt setzen, das 100-prozentigen Beitragserhalt garantiere, berichtet die Allianz. Dies habe eine Auswertung von 50.000 Verträgen gezeigt.

Im Pressetext stellt die Allianz auch einen neuen Rentenrechner vor, der den Kunden anzeigen soll, wie der aktuelle Stand ihrer Altersvorsorge ist. Der sogenannte Rentenscore soll errechnen, welcher Teil der angestrebten Rentenhöhe bereits durch die bestehende Vorsorge abgedeckt ist. Das Programm soll auch über den Sprachassistenten Amazon Echo nutzbar sein (siehe Screenshot).

Screenshot des neuen Allianz-Rentenrechners: Der Rentenscore soll die Altersvorsorge-Lücke der Kunden darstellen. Quelle: allianz.de

Unfall- und Sachversicherung: Neue Kfz-Versicherung für Herbst angekündigt

Die Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung legten weniger deutlich zu: Sie wuchsen gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Einen kleinen Achtungserfolg konnte die Allianz mit ihrem Telematik-Tarif in der Kfz-Versicherung verbuchen. „BonusDrive übertraf mit 31.500 versicherten Fahrzeugen seit Start im Mai 2016 die Erwartungen“, heißt es im Pressetext.

Wachstumstreiber in der Sachversicherung sei erneut das Firmenkundengeschäft gewesen, zu dem auch AllSecur beigetragen habe: Die Tochterfirma ist mittlerweile drittgrößter Direktversicherer in der deutschen Kfz-Versicherung. Für den Herbst kündigte die Allianz darüber hinaus eine neue Autoversicherung an, rechtzeitig zur neuen Wechselsaison.

Die Elementarschadenbilanz habe trotz der Unwetter „Paul“ und „Rasmund“ unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen, berichtet die Allianz. Insgesamt musste der Versicherer 270 Millionen Euro für Hochwasser- und andere Elementarschäden an seine Kunden zahlen. Die Schaden-Kosten-Quote, also das Verhältnis von Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Abschlusskosten einerseits sowie auf der anderen Seite den Prämieneinnahmen, war mit 94,2 Prozent stabil und konnte sich sogar leicht verbessern (Vorjahr 94,3).

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Leichtes Wachstum auch in der Krankenversicherung

Die Beitragseinnahmen der Krankenversicherung erhöhten sich um 1,8 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Dabei legte sowohl der Umsatz mit Krankenvollversicherungen als auch mit Zusatzversicherungen zu, berichtet die Allianz. Letzterer unter anderem aufgrund einer Kooperation mit der AOK Baden-Württemberg. Dank der neuen Zahnzusatztarife DentalPlus und DentalBest konnte laut Versicherer auch der Verkauf von Zahntarifen im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 57 Prozent gesteigert werden. Ende Juni 2017 waren insgesamt 2,6 Millionen Personen bei der Allianz krankenversichert, 35.000 mehr als vor einem Jahr.