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Banken und Finanzen

Commerzbank einigt sich mit Betriebsrat über Stellenabbau

Commerzbank-Filiale in Frankfurt am Main. Das Geldhaus will tausende Stellen abbauen.Julia Schwager / Pressefoto Commerzbank

Der Vorstand der Commerzbank hat sich mit dem Betriebsrat über die Rahmenbedingungen des Stellenabbaus geeinigt. Bis zum Jahr 2020 will das Frankfurter Geldhaus tausende Stellen streichen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei nicht ausgeschlossen sein, aber nur die letzte Option darstellen.

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Die Digitalisierung kostet auch im Bankensektor Jobs: Filialen werden abgebaut, Beratungsangebote gestrichen oder ins Internet verlagert. Der Vorstand der Commerzbank hat sich nun mit den Arbeitnehmer-Vertretern über den Abbau von tausenden Stellen geeinigt. Das berichtet das Handelsblatt am Donnerstag.

5.600 Stellen fallen weg

Dass die Commerzbank Stellen abbauen will, ist schon länger bekannt. Im September 2016 hatte Konzern-Chef Martin Zielke sein Strategiepapier 4.0 vorgestellt, das vorsah, die Bank radikal zu verkleinern. Neben zahlreichen Digital-Initiativen war das Programm mit Rotstift geschrieben: Tausende Vollzeitjobs sollten eingespart werden. Der Jobabbau sei notwendig, um das Geldhaus zukunftsfähig zu machen.

In konkreten Zahlen: Von 41.600 Vollzeitstellen Ende März sollen bis 2020 nur noch 36.000 Stellen übrig bleiben. Doch bei den Arbeitnehmern stieß Zielke mit seinem Papier auf Widerstand. Ein wichtiges Problem bestand darin, dass die IT-Strukturen noch gar nicht geschaffen sind, um die Mitarbeiter zu ersetzen. Viele Beschäftigte müssen also ihre Jobs weiter durch die Digitalisierung begleiten – bis sie schließlich vor die Tür gesetzt werden.

Abfindungs-Angebote und Ruhestands-Regelungen

Die Arbeitnehmerseite hatte also gute Argumente, ihre Forderungen gegenüber dem Vorstand durchzusetzen: Viele Jobs, die wegfallen sollen, sind nach wie vor nicht entbehrlich. Und tatsächlich konnten sich nun Vorstand und Betriebsrat einigen, wie das Handelsblatt berichtet. Zwar will die Commerzbank auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen. Aber der Belegschaft so weit wie möglich entgegenkommen.

Konkret hatte die Bank schon vorher angeboten, den Mitarbeitern einen Ausstieg aus dem Unternehmen über großzügige Abfindungen schmackhaft zu machen. Laut Handelsblatt beträgt die Mindestabfindung sechs Monatsgehälter bzw. mindestens 20.000 Euro. Die Abfindung steigt, je älter der Arbeitnehmer ist. Für jedes Kind gibt es 2.000 Euro obendrauf.

Auch Arbeitszeitverkürzungen sollen dazu beitragen, dass der Übergang zu einer schlankeren Belegschaft gemeistert werden kann. Wer seine Arbeitszeit freiwillig heruntersetzt, erhält bis 2021 einen Lohnausgleich von 30 Prozent. Weiter soll über Altersruhestand- und Teilzeitlösungen das angepeilte Ziel erreicht werden.

Nun hat der Betriebsrat immerhin der Konzernleitung abgerungen, dass betriebsbedingte Kündigungen nur die Ultima Ratio sein dürfen. Erst wenn keine andere Möglichkeiten greifen, sollen Menschen den Betrieb verlassen müssen. „Unser Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, die Härten des Stellenabbaus abzufedern sowie den verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in Zukunft zumutbare und gute Arbeitsplätze zu sichern”, wird Betriebsratschef Uwe Tschäge vom Handelsblatt zitiert.

Am Ziel ist der Vorstand damit noch lange nicht. Denn noch ist unklar, in welchen Bereichen genau die Jobs abgebaut werden, berichtet das Handelsblatt. Das könnte zu weiteren Konflikten führen.

Anhaltender Filialabbau bei deutschen Banken

Die Commerzbank ist nicht das einzige Geldhaus, bei dem Digital-Offensiven Jobs kosten. Die Banken haben bundesweit einen radikalen Filialabbau eingeleitet: 2016 fielen rund 470 Filialen allein bei den Genossenschaftsbanken weg, so geht aus Zahlen des Branchenverbandes BVR hervor. Auch die Sparkassen haben ihre Zweigstellen um 900 reduziert. Der Branchenprimus Deutsche Bank hat im Herbst letzten Jahres den Abbau von 4.000 Vollzeitstellen angekündigt, nachdem er zuvor schon seine Mitarbeiterzahl reduziert hatte, viele im Privatkundengeschäft (der Versicherungsbote berichtete).

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Für Versicherungsvermittler und unabhängige Finanzanlagenvermittler nach § 34f birgt das auch Chancen. Gerade im ländlichen Raum müssen die Menschen oft Kilometer fahren, bis sie eine Bankfiliale finden. Wer vor Ort eine persönliche Beratung zu Finanz- und Vorsorgethemen wünscht, findet sie oft nicht mehr bei seiner Bank.

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