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Allianz-Deutschland-Chef fordert mehr private Altersvorsorge

Rentner auf einer Parkbank (Symbolbild). Nach Interpretation des Allianz Deutschland-Chefs tun die Bundesbürger zu wenig für ihre Altersvorsorge.kliemphoto@Pixabay.com

Manfred Knof, Chef der Allianz Deutschland, forderte in einem Interview mehr Anstrengungen für die private Altersvorsorge. Dass der Gesetzgeber die Grundzulage anheben wolle, sei ein starkes Signal, denn die Deutschen würden immer noch zu wenig für einen auskömmlichen Ruhestand tun.

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Manfred Knof ist seit 2015 Chef der Allianz Deutschland. Foto: allianzdeutschland.de Manfred Knof, Chef der Allianz Deutschland, wirbt in einem Interview mit RP Online für mehr private Altersvorsorge. „Was die Deutschen derzeit im Schnitt für die Altersvorsorge sparen, reicht nicht aus, um im Alter gut davon leben zu können“, sagte der 51jährige Manager, der seit 2015 das Deutschland-Geschäft der Allianz verantwortet. „Man braucht als Rentner idealerweise 60 bis 80 Prozent seines letzten Nettoeinkommens. Derzeit verfügen die Bundesbürger aber nur über 35 bis 40 Prozent“, so Knof.

Nur 9.000 Riester-Policen im ersten Quartal verkauft

Ganz eigennützig ist die Forderung freilich nicht, ist die Allianz doch selbst größter Anbieter von privaten Altersvorsorge-Produkten auf dem deutschen Markt. Und so lässt eine andere Zahl aufhorchen – im ersten Quartal habe die Allianz rund 9.000 Riester-Policen verkauft, 2000 weniger als im Vorjahr, berichtete Knof.

Hier hofft der Manager auf den Gesetzgeber. Der Bundestag hat am Donnerstag die Anhebung der Grundzulage für die Riester-Rente von 154 auf 175 Euro beschlossen und will auch mit anderen Maßnahmen die Privatvorsorge stärken (der Versicherungsbote berichtete). „Das neue Gesetz könnte uns einen Schub geben“, sagte der Allianz-Deutschland-Chef.

In der Lebensversicherung spielen Modelle mit Garantiezins hingegen kaum eine Rolle mehr im Deutschland-Geschäft der Allianz. In der privaten Altersvorsorge sei der Anteil der klassischen Rentenversicherung auf unter zehn Prozent gesunken, in der betrieblichen Altersvorsorge auf unter 25 Prozent, sagte Knof.

Jährlich 155 Millionen Euro für Digitalisierung

Auch zum Thema Digitalisierung äußerte sich Knof. „2016 haben wir rund 155 Millionen Euro investiert. Dieser Betrag wird sich in den nächsten Jahren nicht einschneidend verändern“. Die Digitalisierung bedeute den tiefgreifendsten Wandel, den die Branche erlebe, „weil das Smartphone das Instrument ist, das das Leben der Menschen einfacher macht“. Ziel sei es, dass der Kunde Versicherungsprodukte auf dem Smartphone bedienen könne.

Natürlich arbeite die Allianz dabei auch mit Insurtechs und Start-ups zusammen, erklärte der Allianz-Vorstand, sofern der Versicherer einen Nutzen für seine 20 Millionen Kunden sehe. „Das ist ein Geben und Nehmen. Die Insurtechs haben beispielsweise keine eigenen Kundenbestände und sind daher sehr an einer Kooperation mit uns interessiert.“

„Man muss den Firmen aus Silicon Valley nicht alles überlassen“

Eines der ehrgeizigen Digital-Projekte ist eine gemeinsame Login-Plattform, für die sich vier große deutsche Firmen aus sehr verschiedenen Branchen zusammenfinden wollen: neben der Allianz auch die Deutsche Bank, Springer und Daimler. Bisher gebe es aber nur eine Absichtserklärung für das gemeinsame Projekt, sagte Knof. Ziel sei ein „Generalschlüssel, mit dem man auf alles zugreifen könnte (Bankprodukte, Versicherungen, Mobilitätsdienstleistungen und vieles mehr)“.

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Knof wurde im Interview gefragt, ob diese gemeinsame Plattform ein Gegengewicht zu Facebook, Google und Co. gedacht sei. So weit wollte sich der Manager nicht aus dem Fenster lehnen. Das Ganze solle eine „einfache und vor allem sichere Lösung für den Kunden sein“. Indirekt räumte Knof dann aber doch ein, dass mann durchaus die mächtige Konkurrenz aus Kalifornien im Blick habe, indem er sagte: „Man muss den Firmen aus Silicon Valley nicht alles überlassen.“ In der zweiten Jahreshälfte 2018 soll die Plattform an den Start gehen, berichtete der Manager.

RP Online
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