Versicherungsbote: Die Corona-Pandemie bestimmt – trotz Lockerungen – noch immer das Geschehen. Wie wirkt sie sich bisher auf das Altersvorsorge-Geschäft der Allianz aus? Wo gibt es – trotz oder wegen der Pandemie – Erfolge? Und wo hakt es?

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Thomas Wiesemann, Vorstand Vertrieb der Allianz LebensversicherungAllianzThomas Wiesemann: Die schwierigste Zeit liegt ja zum Glück hinter uns, und zwar das Jahr 2020: Die Pandemie hat den Arbeitsalltag und das gesellschaftliche Leben praktisch über Nacht auf den Kopf gestellt. Ich hätte damals nicht gedacht, dass 80 bis 90 Prozent der Kollegen sowohl im Innendienst wie im Außendienst so schnell und so effektiv im Homeoffice arbeiten. Und wie gut das geklappt hat, das lässt sich in Zahlen messen: Die Allianz Lebensversicherung und die Lebensversicherer in Deutschland generell sind sehr robust durch das schwierige Jahr 2020 gekommen. Bei Allianz Leben haben wir 2020 sogar den zweithöchsten Umsatz in der Geschichte erzielt. Und die neue Arbeitswelt hat uns auch gezeigt, wie wichtig es ist und war, konsequent auf Digitalisierung zu setzen und Beratung über alle Kommunikationskanäle zu ermöglichen. Der Erfolg basiert nicht zuletzt auf einer nach wie vor starken Nachfrage. Natürlich haben die Pandemie und ihre ökonomischen Auswirkungen auch Unsicherheit ausgelöst. Zugleich spüren wir, dass Zukunfts- und Altersvorsorge zentrale Themen bleiben und in ihrer Bedeutung für unsere Kundinnen und Kunden noch zunehmen. Gerade auch biometrische Angebote haben in der Pandemie signifikant an Bedeutung gewonnen. Wir sehen aktuell eine starke Zunahme des Geschäfts mit BU- und Grundfähigkeiten-Versicherungen.

Planbarkeit und Verlässlichkeit sind entscheidend bei der Altersvorsorge. Doch die Gesamtverzinsung bei Allianz Leben wurde gesenkt. Wie passt das zusammen?

Komplett loskoppeln können wir uns von der Zinsentwicklung natürlich nicht. Aber die Gesamtverzinsung unserer auf dem Sicherungsvermögen basierenden Anlagekomponente liegt für 2021 bei drei Prozent, während 10jährige deutsche Staatsanleihen aktuell mit -0,35 Prozent rentieren. Das zeigt die Stärke der Lebensversicherung – die Risiken über die Zeit ausgleichen und auch in langfristige, nicht-börsengehandelte alternative Kapitalanlagen mit attraktiven Renditen investieren kann. Wir setzen uns damit letztlich immer mehr und immer deutlicher von anderen, vergleichbar sicheren Anlagen ab. Heute müssen die Menschen in Deutschland an vielen Stellen dafür zahlen, dass sie Geld sparen.

Ihr Haus hat sich 2020 dafür entschieden, auf „Sicherheit mit zeitgemäßen Garantien“ zu setzen. Ein erstes Fazit: Ist dieses Konzept so aufgegangen, wie Sie sich das erhofft haben?

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Wer langfristig fürs Alter vorsorgt, der setzt auf bestimmte Sicherheiten, aber erhofft sich zugleich auch die Chance auf Rendite. Und unsere Kundinnen und Kunden wissen heute auch, dass die Kapitalanlage dazu möglichst flexibel sein muss, mit hohen Freiheitsgraden, weltweit und professionell gesteuert. Deswegen bauen sie bei der Vorsorge auf einen starken Anbieter wie der Allianz Lebensversicherung.
Wie sehr unsere Kundinnen und Kunden diese Strategie aktiv mittragen, das zeigt sich an der Entwicklung des derzeit stark nachgefragten Vorsorgekonzepts KomfortDynamik. Hier liegt zum Beispiel bei einem 30-jährigen Vertrag gegen laufenden Beitrag und einem Garantieniveau von 80 Prozent der Anteil chancenorientierter Anlagen bei ca. zwei Drittel mit einem hohen Anteil von Aktien und Investments in Infrastruktur und erneuerbare Energien. Gleichzeitig profitieren die Kunden von der stabilisierenden Wirkung des starken Sicherungsvermögens von Allianz Leben. Der Absatz von KomfortDynamik hat im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Drittel zugelegt.

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