Ihre geschäftlichen Aussichten für 2017 schätzt die Versicherungsindustrie eher verhalten ein. Dies ergibt sich aus der Herbstumfrage des DIHK, die jetzt der Presse präsentiert wurde. Das „Versicherungsjournal“ berichtet über die Branchenzahlen. Vor allem die Lebensversicherer blicken laut den Erhebungen des DIHK durchaus skeptisch ins neue Jahr. Dies zeige der Vergleich mit der gleichartigen Umfrage im vergangenen Herbst; damals habe die Lebenbranche etwas weniger pessimistisch auf das jetzt laufende Geschäftsjahr geblickt.

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Die Stimmung der Lebensversicherer muss den Beobachter nicht verwundern. Schließlich zwingen Niedrigzinsen die Betreiber von gut 90 Millionen Lebenpolicen zu immer neuen Klimmzügen, die Vertragsgarantien der Sparkunden zu sichern – etwa durch die steigenden Zuführungen der Unternehmen in die Zusatzreserven und den Clinch der Lebensversicherer mit dem Regulierer und dessen immer strengeren Eigenkapitalauflagen (Solvency II).

Mehr Personalabbau erwartet

Über alle Sparten betrachtet zeigen sich die Versicherer gegenüber der letzten Herbstumfrage von 2015 leicht optimistischer, wenn sie wie jetzt vom DIHK erhoben auf das kommende Jahr schauen. Knapp ein Viertel der Assekuranz-Gesellschaften rechnet nächstes Jahr trotz hoher Kosten und flacher Zinsen mit besseren Geschäften. 60 Prozent der Gesellschaften rechnen geschäftlich mit einem Gleichstand und lediglich 16 Prozent der befragten 139 Unternehmen erwarten für 2017 schlechtere Ergebnisse.

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Nur noch 15 Prozent der Versicherer wollen den DIHK-Erhebungen zufolge im nächsten Jahr bei ihrem Personal anbauen. Andererseits schreibt das „Versicherungsjournal“ in seinem Branchenbericht zu der Herbstumfrage des DIHK weiter, rechnen mehr als ein Viertel der Versicherungen mit einem Personalabbau im eigenen Haus. Am meisten Gedanken müssen sich wohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebensversicherer um ihren Arbeitsplatz machen. Fast ein Drittel der Lebenbranche will ihr Personal kürzen, kündigen oder sozialverträglich abbauen.