Wie hoch die Versicherer ihre Verbindlichkeiten bedecken, das ist seit diesem Jahr kein Geheimnis mehr. Seit Montag weiß die Öffentlichkeit, wie stabil die Versicherer sind, im Einzelfall und namentlich. Mit Spannung wurden vor allem die Bedeckungsquoten der Lebensversicherer erwartet. Denn im vergangenen Jahr erfüllten „drei Versicherer im ersten Quartal beziehungsweise zwei Versicherer im zweiten Quartal die Kapitalanforderungen nicht“, so steht es im Finanzstabilitätsbericht 2016 der Bundesbank.

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Die Namen der drei Unternehmen, die beim Eigenkapital die Latte gerissen hatten, wurde im vergangenen Jahr nicht genannt. Nun liegen die Solvency-II-Quoten vor, die die Versicherer in diesen Tagen sukzessive bis spätestens Montag veröffentlichen hatten.

Die Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherer:

  • Allianz Leben: 379%
  • R+V: 410%
  • AachenMünchener: 504%
  • Zurich Deutscher Herold: 190%
  • Debeka: 87%
  • Generali Leben: 169%
  • Axa Leben: 168%
  • Ergo Leben: 100%
  • Bayern-Versicherung: 247%
  • Alte Leipziger Leben: 289%

Die Solvenzquote der 72 deutschen Lebensversicherer nach Solvency II lag zu Beginn des Jahres 2016 bei 286 Prozent und war im zweiten Quartal 2016 auf 210 Prozent gesunken, berichtete die Bundesbank im Herbst.

Während die Solvenzquoten unter Solvency I noch relativ schnell interpretierbar und sich das Konzept „auf einem Bierdeckel“ erklären ließ, dürften es unter Solvency II nur noch Spezialisten, wie zum Beispiel Aktuaren, möglich sein, solche Modelle zu verstehen. So steht es in einem Fachartikel der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV). Ein sachgerechter Vergleich von Solvenzquoten im Markt sei demnach schwieriger als zuvor.

„Man kann auch über die Quoten geteilter Meinung sein.", sagt Henning Kühl, Chefaktuar bei Policen Direkt. Denn glaubt er, dass die Veröffentlichungspflicht für mehr Transparenz und Vertrauen bei den Versicherten sorgen könne.

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So zeigen sich bei den Solvenzquoten teilweise enorme Unterschiede. Erreicht die AachenMünchener beispielsweise eine Solvenzquote von 504 Prozent; so liegt der Wert bei der Debeka leidglich bei 87 Prozent. Die Familienfürsorge Leben hat sogar nur einen Wert von 57 Prozent. Eine ausführliche Übersicht über die Solvenzquoten der Versicherer finden Sie hier.