In diesem Jahr zahlt die Axa noch 3,4 Prozent an ihre Sparkunden, 0,3 Prozentpunkte mehr. Mit dem neuerlichen Zinssenker ab 2016, die Überschüsse sind branchenweit seit Jahren auf Talfahrt, sichern sich die Franzosen mit Deutschlandsitz in Köln „nachhaltige finanzielle Stabilität“. Das steht in einen Pressetext der Axa geschrieben, verbunden mit dem fachlich-rhetorischen Hinweis auf ein „anspruchsvolles Kapitalmarktumfeld“. Aber was soll die Axa auch sonst sagen? Das Unternehmen hat die Minizinsen nahe null bei Staatsanleihen schließlich nicht gemacht. Nicht verschuldet.

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Mit der Axa senkt auch deren Beamtentochter, die DBV, ihre Überschüsse für die LV-Kunden auf 3,1 Prozent laufend. Diesen Wert nennt Axa „nach wie vor eine attraktive Verzinsung“, wobei man Anmut und Mathematik nicht verwechseln sollte. „Wir agieren aus einer Position der finanziellen Stärke heraus“, zitiert das Unternehmen Patrick Dahmen aus dem Konzern-Vorstand. „Sicherheit und vor allem Nachhaltigkeit“ stünden bei der Anlage von Kundengeldern für AXA im Blickpunkt.

Gesamtzins 3,9 Prozent

Außerdem betont das Unternehmen seine Finanzkraft anhand von Ratings: „Moody’s Aa3, Fitch AA- und stabilem Ausblick und Standard & Poor’s mit A+ mit positivem Ausblick.“ Für ablaufende Verträge des Jahres 2016 wird gelten: Einschließlich Schlussgewinnanteil und Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven werde der Gesamtzins 2016 bei durchschnittlich 3,6 % (Vorjahr: 3,9 %) liegen.

Die Situation der Lebensversicherung folgt dem Kapitalmarkt. Genauer der Logik der Bankenkrise, die die Staaten zur Bankenrettung zwang. Ohne eigenes Geld nahmen die fiskalischen Bankenretter fremdes Geld auf. Und damit die Zinsen auf Staatsschulden den zuständigen Finanzminister (und seine weltweit mitleidenden Kollegen) und seinen Haushalt nicht zu sehr drücken, sorgten die Staaten für „flache“ Zinslandschaften.