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09.12.2015

LebensversicherungAllianz - Weniger vom Leben

Ins Rutschen gekommen: Die Überschussbeteiligung beim Marktführer Allianz Leben sinkt (Symbolbild). Allianz (Bearbeitung Versicherungsbote)

Allianz: Der deutsche Marktführer in der Lebensversicherung, die Allianz, senkt seine Überschussbeteiligung. Klassische Lebensversicherungen und private Rentenpolicen werden von dem Versicherer im kommenden Jahr nur noch mit 3,1 Prozent Zins versorgt. Im laufenden Jahr bekommen Sparer von dem Münchener Unternehmen noch 3,4 Prozent auf ihr Guthaben aufgezahlt. Damit nähert sich das Zinsniveau der Gutschriften für die Kunden der Vertragsgruppe der Allianz, die bis Ende 2003 in ihrem Versicherungs-Sparvertrag noch Zinsgarantien in Höhe von 3,25 Prozent zugesagt bekommen haben.

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Betroffen sind Kunden, deren Sparbeiträge in sichere Anlagen investiert werden, vor allem in Staatsanleihen oder gleichwertigen Anlageklassen, etwa in Hypotheken, die die Allianz Leben an ihre Kunden vergibt. Beides „Biederes“ an diesen Investments rentiert nicht mehr. Sichere Staatsschulden bester Bonität dümpeln seit langem schon um null Prozent Rendite, wenn man noch davon sprechen darf. Ebenso mündelsicher (im Sinne der Anlagegrundsätze für deutsche Lebensversicherer) verliehene Gelder an Häuslebauer bringen kaum noch zwei Prozent Geld fürs verliehene Geld.

"Wir haben eine Überschussbeteiligung herausgelegt, die sich im Marktumfeld sehen lassen kann", wird Allianz-Leben-Vertriebs-Chef Alf Neumann von Agenturen zitiert. Was sollte Neumann auch anderes sagen? Im Hinblick auf die Lage der Lebenbranche, die hohe Zinsgarantien, je nach Vertragskohorte bis 4,0 Prozent, schultern muss, dürften die jetzt für 2016 auszukehrenden 3,1 Prozent Überschuss für die Kunden markt- und leistungsgerecht sein. Laut der Nachrichtenagentur Reuters, die einen Sprecher des Ratinghauses Assekurata zitiert, liege die Allianz Leben mit 3,1 Prozent über dem Marktdurchschnitt.

Vorsichtsmaßnahme?

"Branchenweit dürfte die laufende Verzinsung auf 2,9 bis 3,0 Prozent sinken", wird Assekurata-Chef Lars Heermann von "Börse Online" zitiert. Im aktuellen Jahr hatte die Durchschnittsverzinsung der Lebensversicherer noch bei 3,15 Prozent gelegen und damit, wenn man Zahlen des Versichererverbands Glauben schenken darf, zahlenmäßig ziemlich genau auf dem Niveau der aggregierten Zins-Garantielasten aller Versicherer. Im Einzelfall gibt es, sagen wir gesündere Versicherer. Und umgekehrt. Mit anderen Worten, jetzt ist der Punkt erreicht, an dem den Versicherern buchstäblich die Luft ausgeht.

"Die Absenkung bei der Allianz werte ich als bewusste Vorsichtsmaßnahme", wird Assekurata-Mann Heermann weiter zitiert. Eine weitere Senkung der Überschüsse für die Kunden bringe den Versicherern nichts mehr. Erstens hat dies mit der oben beschriebenen 3,15-Prozent-Schelle zu tun, mehr geht am Kapitalmarkt nicht mehr. Außerdem müssen die Unternehmen ihren Kunden, denen sie hohe Garantien zugesichert haben, diese auch einlösen.

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Die anderen Lebensversicherer liegen auf der Lauer

Bis Ende 2003 sagte die Lebenbranche ihren Neukunden 3,25 Prozent Zins auf die Sparanteile ihrer Beiträge zu, von 1994 bis 2000 gar heute enorm anmutende 4,0 Prozent. Garantiert! Wie geht es nun weiter? Zunächst werden wohl in den kommenden Tagen die anderen Lebensversicherer ihre Überschuss-Raten für 2016 deklarieren. Es hat ein gewisse Tradition, dass die Branche auf die Allianz-Zahl schielt. Die liegt nun auf dem Tisch. Inklusive 0,6 Prozent Schlussüberschuss für 2016 ablaufende Verträge beträgt die Gesamtverzinsung 3,7 Prozent.

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