Die Zweifel daran, dass die abgeschlossenen Lebensversicherungs-Policen rentabel sind, führe in 50 Prozent aller Fälle zu Stornos oder Verkauf dieser. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Demoskopie Allensbach. Demnach wüssten mehr als 70 Prozent aller Befragten, dass es die Option gäbe, eine Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt zu verkaufen.

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Mehrwert für Verbraucher

Der Zweitmarkt schaffe für Verbraucher einen Mehrwert, lautet die Presseinformation des Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt für Lebensversicherungen e.V. (BVZL). Die einfache Kaufabwicklung und der schnelle finanzielle Nutzen seien von der Bevölkerung sehr geschätzt. Des Weiteren sei der Zweitmarkt eine gute Alternative, Lebenspolicen nicht nur bei Versicherern stornieren zu können, sondern eben auch auf dem Zweitmarkt einen finanziellen Mehrwert zu generieren.

Dennoch käme es wesentliche häufiger zu Kündigungen, als zu Veräußerungen. Die Vor- und Nachteile werden sehr unterschiedlich gesehen: 41 Prozent der Bevölkerung und damit 50 Prozent, die von einem Zweitmarkt wissen, sind davon überzeugt, dass man bei einem Verkauf einen höheren Betrag bekommt als bei einer Kündigung. Weniger als 10 Prozent halten die Kündigung für eine bessere Lösung.

Zweitmarkt wird wieder positiver bewertet

Ganz uneigennützig ist die Argumentation des BVZL freilich nicht, vertritt er doch als Interessenverband die Marktteilnehmer im Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Der BVZL will nun auch weiter daran arbeiten, die öffentliche Wahrnehmung des Zweitmarktes positiver auszubauen. Das aktuelle Marktumfeld sei inzwischen sehr positiv: Die Ankaufswahrscheinlichkeit der BVZL-Mitglieder für angebotene Policen sei seit Beginn des Jahres wieder bei über 60 Prozent.

Wie viel Geld man auf dem Zweitmarkt für eine Police erhält, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen vom erreichten Rückkaufswert, den Versicherer bei einer Kündigung zahlen. Aber auch vom Anbieter, bei dem die Versicherung abgeschlossen wurde. Für Policen von leistungsstarken Versicherern gibt es in der Regel mehr Geld als für solche von leistungsschwachen Assekuranzen. Auch Zusatzvereinbarungen wie eine unkündbare Berufsunfähigkeitspolice mindern den erzielbaren Preis. Als Faustregel gilt: Je höher der Beitrag ist, der in die Risikovorsorge fließt, desto weniger Geld bekommt der Verkäufer am Ende.

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Verkauf nur nach umfassender Information und Beratung

Zudem gilt es zu bedenken, dass es auch schwarze Schafe auf dem Zweitmarkt für LV-Policen gibt, die nicht unbedingt zum Wohle des Kunden agieren. Wer seit vielen Jahren eine Police besitzt, sollte sich zuvor umfassend informieren und beraten lassen, bevor er sich von der Versicherung trennt - auch über den Käufer. Der Bund der Versicherten (BdV) rät, dass die Auszahlung auf einen Schlag erfolgen sollte und zudem Verträge nur nach deutschem Recht unterschrieben werden sollten. Auf keinen Fall ist es ratsam, sich aufgrund der kritischen Berichterstattung in den Medien voreilig von einer Lebensversicherung zu trennen. Insbesondere für Verträge mit hohem Garantiezins sollte dies vermieden werden.

BVZL e.V.