Theoretisch hätte man 480 Tarife zum vergleichen gehabt, doch wollten nicht alle Versicherer die abgefragten Daten preisgeben. Unter anderem verweigerten diese Unternehmen die Transparenz: Allianz Lebensversicherungs-AG, HDI Lebensversicherung AG und Swiss Life AG. „Die Münchener Verein Lebensversicherung a.G. verweigerte die Teilnahme mit dem Argument, der angefragte Tarif, der sehr wohl existiert und verkauft wird, entspreche eigentlich gar nicht der Zielgruppe des Versicherers“, war in Öko-Test zu lesen.

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Der Erste unter den Ersten war dabei das Start Up Community Life, hinter dem sich die Swiss-Re-Tochter Iptiq Life aus Luxemburg verbirgt. Community Life ist in Deutschland als Versicherungsmakler zugelassen und hat in allen acht Musterfällen jeweils den ersten Rang eingenommen.

Preispannen zwischen Versicherern bemerkenswert

Der Test hat darüber hinaus ans Licht gebracht, dass von allen bewerteten Versicherern sieben einem 30-jährigen kaufmännischen angestellten Nichtraucher eine Todesfallleistung von 250.000 Euro für eine Jahresprämie von weniger als 200 Euro anbieten würden. Die Versicherung Ergo Leben aber verlangt zur gleichen Zeit 419 Euro für das selbe Produkt und kostet damit beinah dreimal so viel wie der günstigste Anbieter. Fakt ist: „Wer besonders fit ist, kann zusätzlich sparen. Daher sollten gesundheitsbewusste Kunden nach Sonderkonditionen fragen“, so Ökotest, auch gibt es stets günstigere Konditionen für Eltern und Nichtraucher.

Ebenfalls sehr gut schnitt die Stuttgarter Leben ab. Mit dem erst im Juli 2015 auf den Markt gebrachten Tarif T20 erreichte das Unternehmen in sieben Fällen ebenfalls den ersten Platz. Ferner besetzten diesen ersten Rang die Anbieter Europa, My Life und HUK24 in jeweils vier Musterfällen. Die Mehrheit der Testsiegertarife kam von Direktanbietern, die keinen direkten Kundenkontakt pflegen, sondern meist nur über Internet oder telefonisch konsultierbar sind.

Attraktiver durch positives Rechnen

Um das Ranking zu strukturieren hat man den aktuellen Zahlbeitrag der Tarife mit 60 Prozent berücksichtigt, den sogenannten Tarifbeitrag mit 30. Konkret bedeutet das beispielsweise, dass im Tarif TG (N/R) O 15 der Credit Life der Beitrag bei unserem 30-jährigen angestellten Nichtraucher um 213 Prozent ansteigen könnte, also um 368 Euro, wenn alle Risikoüberschüsse wegfallen würden.

Nachversicherungs-Garantie sinnvoller als Tiefpreis-Garantie

Das bedeutet im Endeffekt, dass sich durch günstige Zahl- und hohe Tarifbeiträge die Versicherer schöngerechnete Angebote vorlegen können, wie Ökotest mokiert, da die Verbraucher in der Regel immer nur den Betrag im Auge haben, der beim Abschluss gilt.

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Ausnahmen bilden hier nur die Community Life, der BNP Paribas Cardif, der Canada Life und der Zurich Life – bei ihnen sind Zahl- und Tarifbeitrag identisch. Dabei kommt es nicht nur auf den Preis an, es wird darüber hinaus geraten, auf Nachversicherungs-Garantien und Sonderkonditionen zu achten.

ökotest, versicherungsjournal, fr-online.de