Nein, einen guten Ruf hat die Lebensversicherung derzeit nicht. „Nie brachte die Lebensversicherung so wenig ein wie heute“, schreibt die FAZ, und Boulevardmedien geben Tipps, wie man sich von den Policen möglichst ohne Verluste trennen kann. Sogar der Spiegel widmete der Altersvorsorge vor wenigen Monaten eine Titelstory und nannte das Beispiel einer 56-jährigen Betriebswirtin, die für ihre Lebensversicherung fast 100.000 Euro weniger ausgezahlt bekam als ursprünglich geplant. Die Altersvorsorge werde zu einem „unkalkulierbaren Risiko“, so das Fazit der Journalisten (Heft 19/2013).

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Vertrauen der Bürger in Lebensversicherung ist groß

Bei all dem Fatalismus lässt eine aktuelle Umfrage aufhorchen, die von der Aachen Münchener in Auftrag gegeben wurde. Demnach ist das Vertrauen der Bundesbürger in die Lebensversicherung nach wie vor groß. 77 Prozent der Befragten haben bereits eine Lebensversicherung oder können sich vorstellen, eine abzuschließen, weil sie darin einen Vorteil für sich sehen. Lediglich 23 Prozent der Umfrageteilnehmer stimmten hingegen der Aussage zu: „Ich sehe keine Vorteile in einer Lebensversicherung“.

Das Vertrauen in die Lebensversicherung belegen auch die häufigsten Gründe, weshalb eine solche Police gezeichnet wird. Ein Drittel der Befürworter (34 Prozent) betrachtet die Lebensversicherung als sichere Form der Altersvorsorge. Sie wollen damit fürs Alter sparen, ohne den Turbulenzen an der Börse ausgesetzt zu sein, und sich die LV als Rente oder Einmalbetrag auszahlen lassen. 20 Prozent wollen mit einer Police ihre Familie im Todesfall absichern. 10 Prozent legen das Geld unabhängig von ihrer Altersvorsorge an, etwa um eine größere Anschaffung oder einen Urlaub zu finanzieren. 3 Prozent nutzen Steuervorteile.

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Die repräsentative Umfrage unter 1.000 Teilnehmern hat das Marktforschungsinstitut Faktenkontor im August 2014 durchgeführt. Sie lässt den Schluss zu, dass die Lebensversicherung noch immer die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge in Deutschland ist. Allerdings könnte die Popularität unter den Auswirkungen des Lebensversicherungsreformgesetzes LVRG weiter leiden. So soll der Garantiezins zum kommenden Jahr von 1,75 auf 1,25 Prozent abgesenkt werden. Zudem müssen die Kunden Einbußen bei den Bewertungsreserven für festverzinsliche Wertpapiere fürchten.

Aachen Münchener