Die Polizei warnt vor Betrug mit gefälschten GEZ-Briefen, in denen der Empfänger zur Zahlung des Rundfunkbeitrages aufgefordert wird. Auch die Verbraucherzentralen bitten die Bevölkerung um Vorsicht. In den vergangenen Tagen hatten Betrüger an mehrere sächsische und hessische Privathaushalte die vermeintlichen Rechnungen des Beitragsservices der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) versendet.

GEZ-Rechnungen sind nicht persönlich adressiert

Bei genauerem Hinsehen kann man den Betrugsversuch entlarven. Das Schriftstück wendet sich „an alle privaten Haushalte im Beitragsgebiet Deutschland.“ In den offiziellen GEZ-Schreiben werden hingegen Name und Adresse des Beitragzahlenden genannt. Trotz allem sieht der falsche Brief jener Musterrechnung, die im Servicebereich der Webseite Rundfunkbeitrag.de eingesehen werden kann, erschreckend ähnlich. Ein genauer Vergleich der beiden Schreiben kann helfen, nicht in die Falle zu tappen. Bestehen weiterhin Zweifelsfall an der Echtheit, sollte man sich mit der Beitragsservicestelle in Verbindung setzen.

Die Polizei bittet um Mithilfe

Gegen die Täter liegen bereits diverse Strafanzeigen vor - darunter auch die Anzeige der Gebühreneinzugszentrale in Köln selbst. Nach Vermutungen der Polizei in Mittelhessen wurde die Postwurfwendung nicht über den offiziellen Postweg verteilt. Die Beamten erbitten entsprechende Mithilfe zur Entdeckung der Verteiler. Das auf dem Schreiben angegebene Konto wurde gesperrt. Wer bereits gezahlt hat, kann sich erhoffen, den Beitrag zurück zu erhalten.

Rundfunkgebühr ist jetzt Rundfunkbeitrag

Seit Januar 2013 darf die GEZ statt der Rundfunkgebühr den Rundfunkbeitrag erheben. Im Unterschied zur Gebühr werden nicht länger einzelne Geräte belastet, sondern der Beitrag wird pro Haushalt eingezogen. Die Umstellung auf das neue Zahlungsmodell nutzten aktuell Betrüger, um sich mit gefälschten Rechnungen die Beiträge zu erschleichen.

Seit der Umstellung auf den Rundfunkbeitrag obliegt es dem sogenannten „Beitragsservice“, die Gebühren der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten einzuziehen. So wirkt die trügerische Mitteilung mit dem Absender „ARD, ZDF und Deutschlandradio Beitragservice“ durchaus auf den ersten Blick authentisch. Weiterhin wird eine Kontoverbindung zur Landesbank Berlin sowie eine Beitragsnummer genannt, die sich aufgrund der Umstellung geändert haben sollte. Auch ein entsprechend beschriebener Überweisungsschein hängt dem Brief an. Zusätzlich stimmt der geforderte Betrag von 53,94 Euro mit dem vierteljährlich fälligen Rundfunkbeitrag pro Haushalt überein.


Polizei Mittelhessen