Peter Kockel, 59, ist seit sechs Jahren freier Versicherungsmakler. Es ist nicht sein erster beruflicher Neuanfang, seine Laufbahn zeichnet sich durch permanente Neugier, Entwicklungsdrang und der Suche nach neuen Herausforderungen aus. Mit 16 Jahren machte er eine Ausbildung zum KFZ-Techniker, holte dann nebenher das Abitur nach und studierte. Als Diplom Ingenieur war er schließlich Direktor für Technik in einem Betrieb. Nach der Wende machte er sich mit einem Metallbau-Unternehmen selbstständig und knüpfte gleichzeitig erste Kontakte in die 
Versicherungsbranche, nebenberuflich verkaufte er Versicherungen. 1996 wurde er Ausschließlichkeitsvertreter für die Victoria, nach zehn Jahren wagte er den Schritt zum freien Versicherungsmakler.

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Versicherungsbote: War es damals nicht ein Sprung ins kalte Wasser, den sicheren Posten bei einer Versicherung zu verlassen und als freier Versicherungsmakler zu arbeiten?

cms.guikpPeter Kockel: Im Grunde hat man als Ausschließlichkeitsvertreter ja nur eine scheinbare Sicherheit, man ist kein Angestellter, sondern selbstständig. Die Kosten für das Büro trägt man nach einiger Zeit ohnehin ganz alleine, da hat sich für mich also nicht viel geändert, ich habe nur ein neues Schild angebracht und das alte entfernt. Zwar hat man eine gewisse Sicherheit durch seine Bestandskunden, aber der Kundenstamm ist oft so groß, dass man sich nicht ausreichend und zufriedenstellend um alle Kunden kümmern kann, aber er ist auch wiederum zu klein, als dass man einen weiteren Mitarbeiter beschäftigen könnte. Natürlich ist es ein gewisses Risiko, wieder ganz von vorne anzufangen und von einem Tag auf den anderen komplett ohne Kundenstamm dazustehen, aber das hat mich nicht abgeschreckt. Man kennt ja doch viele Leute, hat Freunde, Bekannte und Verwandte. Obwohl ich schon zugeben muss, dass die ersten zwei,drei Jahre eine gewisse Durst- strecke waren. Inzwischen stehe ich aber finanziell besser da als damals, da war die Abschluss-Prämie zwar höher, aber die jährliche Bestandszahlung betrug nur 10%, jetzt sind es 25%.

Versicherungsbote: Was hat Sie konkret bewogen, freier Versicherungsmakler zu werden?

Peter Kockel: Als Ausschließlichkeitsvertreter können Sie Ihrem Kunden ja nur eine Produktpallette anbieten und die ist mitunter beschränkt und enthält nicht in jedem Fall das beste Angebot für den Kunden. Ich habe schon immer viel gelesen und mich für die Trends in der Branche interessiert, da war mir die Tätigkeit als Ausschließlichkeitsvertreter irgendwann zu langweilig. Da bekommen sie einmal eine Schulung, wenn ein Produkt neu auf den Markt kommt und das war’s. Aber der Markt verändert sich andauernd, diese Produkte will ich meinen Kunden dann auch anbieten können und ihnen ein maßgeschneidertes Angebot machen und das kommt eben nicht immer von ein- und derselben Versicherungsgesellschaft.

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Außerdem kann ich als freier Makler das Jahr besser planen. Wenn ich mir früher darüber Gedanken gemacht habe und z.B. im Frühjahr, wenn die Häuslebauer-Saison beginnt, mich mit den entsprechenden Versicherungen darauf vorbereitet habe, konnte es passieren, dass die Versicherungsgesellschaft ein bestimmtes Produkt in den Fokus gestellt hat und ich mich danach richten und meine eigene Planung wieder über den Haufen werfen musste.