Die Branche geht von einem jährlichen Gesamtschaden von rund vier Milliarden Euro durch Versicherungsbetrug aus – ein Schaden zulasten der Assekuranz, aber auch zulasten der Gemeinschaft aller Versicherten. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmarktsituation sowie des steigenden Wettbewerbsdrucks in der Versicherungswirtschaft rücken Maßnahmen zur Schadenaufwandsreduktion und somit eines effektiven Betrugsmanagements verstärkt in den Fokus der Versicherer. Die Ansätze des aktiven Betrugsmanagements sind in der Assekuranz unternehmensspezifisch und sehr unterschiedlich. Einigkeit besteht jedoch branchenweit in der Notwendigkeit eines effektiven Betrugsmanagements.

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So unterschiedlich die Typologie der Täter, so unterschiedlich sind auch die Stellschrauben, um der weit verbreiteten Betrugsneigung Einhalt zu gebieten. Grundsätzlich gilt für die meisten Tätertypen, dass der Versuch eines Versicherungsbetrugs als besonders lohnenswert eingestuft wird, je höher die erzielbare Versicherungsleistung und je niedriger das zu befürchtende Strafmaß sowie die Entdeckungswahrscheinlichkeit eingeschätzt werden. Auf das Strafmaß hat der Versicherer kaum Einfluss.

Auf die Entdeckungswahrscheinlichkeit hingegen kann ein Versicherer durchaus Einfluss nehmen, indem er ein ganzheitliches und zeitgemäßes Betrugsmanagement installiert. Dennoch wird die konsequente Betrugserkennung und -abwehr, aber auch eine gezielte Prävention seitens der Versicherer als schmaler Grat zwischen der Schadenaufwandsreduktion und Kundenorientierung bewertet.

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Diesem Spannungsfeld widmeten sich die Experten des Fachsymposiums „Versicherungsbetrug“ in Leipzig und berücksichtigten dabei das gesamte Spektrum des Betrugsmanagements, ausgehend von gezielten Gesprächstechniken zur Betrugserkennung in der Schadenschnellregulierung über geeignete Methoden der Betrugsprävention im Underwriting bis hin zur erfolgreichen Betrugsabwehr im internationalen Umfeld.