• Zusammengefasst beinhaltet eine gute Senioren-Unfallversicherung im Idealfall folgende Leistungsmerkmale:

  • lebenslange Rentenzahlungen: Die Unfallrente sollte nicht auf einen bestimmten Zeitraum eingeschränkt sein. Manche Anbieter zahlen nur für eine bestimmte Frist, so dass der Versicherungsnehmer danach die Kosten der Beeinträchtigung selbst tragen muss.

  • einmalige Kapitalauszahlung: Ist diese Leistung vereinbart, so zahlt die Versicherung bei einem bleibenden Schaden einmalig eine höhere Summe aus. Diese kann beispielsweise dazu verwendet werden, Auto und Wohnung behindertengerecht umzubauen oder eine zusätzliche Therapie zur Verbesserung des Gesundheitszustandes zu finanzieren.

  • Richtwert für die Unfallleistungen: bei einer Invalidität von 50 Prozent sollte die monatliche Rente 1.000 Euro und die Kapitalzahlung 50.000 Euro Minimum betragen

  • Vorerkrankungen sollten bei der Feststellung des Invaliditätsgrades so wenig wie möglich ins Gewicht fallen. Für Seniorentarife gilt dies in besonderem Maße, da ältere Menschen oft bereits über eine lange Krankenakte verfügen.

  • Oberschenkelhalsbruch und Unfälle durch Herzinfarkt oder Schlaganfall sollten mitversichert sein. Denn manche Tarife schließen Leistungen aus, wenn etwa eine ältere Person aufgrund eines Schlaganfalles stürzt und sich deshalb bleibende Verletzungen zufügt. Aber hier gilt es zu differenzieren: Infarkt und Schlaganfall selbst sind meist innerhalb einer Unfallversicherung nicht versicherbar.

  • Hilfeleistungen zur Bewältigung des Alltags, mindestens für sechs Monate: Sind Hilfsleistungen vereinbart, so zahlt die Unfallversicherung für professionelle Unterstützung beim Einkaufen, Reinigen der Wohnung oder für die Lieferung einer täglichen warmen Mahlzeit. Bei Abschluss eines Vertrages ist darauf zu achten, dass eine Versicherung die Hilfeleistungen auch tatsächlich erbringt und nicht nur vermittelt! So manch ein Anbieter versteckt hinter einem attraktiven Leistungskatalog lediglich eine Telefonhotline – notfalls in den Verträgen genau nachlesen!

  • Übernahme der Kosten der Installation und der Wartung eines Hausnotrufes: Wenn eine ältere Person in der Wohnung stürzt und aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen kann, so garantiert ein Hausnotruf schnelle Hilfe. Im Idealfall ist die Notrufzentrale rund um die Uhr erreichbar. Die Versicherung sollte sowohl für die Installation der Anlage als auch für deren Betrieb aufkommen.

  • Vermittlung weiterer Hilfen: Viele gute Verträge sehen auch Zahlungen für die Unterbringung von Haustieren sowie für die Beratung beim Umbau von Wohnung oder Auto. vor.

  • Pflegeleistungen sollten eine tägliche Grundpflege von mindestens 45 Minuten entsprechend der Pflegestufe I vorsehen. Dann zahlt die Versicherung eine professionelle Pflegekraft, die beim Waschen und Ankleiden hilft, Verbände wechselt und Medikamente verabreicht.

  • Eine gute Police endet nicht automatisch bei Erreichen eines bestimmten Alters, sondern bietet selbst hochbetagten Versicherungsnehmern Schutz!

Ausblick: Großes Potential für die Beratung

Zukünftig ist eine weitere Differenzierung der Angebote zu erwarten, denn die Zielgruppe der Senioren spaltet sich sogar noch weiter auf. Schaut man genau hin, zeigen sich doch deutliche Unterschiede in der Lebensführung und in der Aktivität zwischen 50-, 65- und 80-Jährigen.

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Der „Seniorenmarkt“ ist also auch in sich heterogen und hier wiederum ist feinfühlige Beratung und kompetente Tarifauswahl gefragt. Ältere Menschen wissen den persönlichen Kontakt ganz besonders zu schätzen. Das macht sie umso attraktiver als Kunden, denn die jüngeren informieren sich zunehmend übers Internet und schließen bei Bedarf sogar online Policen ab. Senioren dagegen sind dankbar für einen Ansprechpartner vor Ort.



Ute Bachmann/Mirko Wenig