Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll ist
Eine abgelehnte BU-Anfrage kann weitreichende Folgen haben. Verbraucherschützer und Vermittler raten deshalb dazu, vor dem eigentlichen Antrag eine anonyme Risikovoranfrage zu nutzen. So lässt sich vermeiden, dass ein negativer Bescheid die Chancen bei anderen Versicherern verschlechtert.

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört zu den wichtigsten Entscheidungen für die Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Doch gerade Menschen mit Vorerkrankungen oder risikoreichen Berufen stoßen bei Versicherern häufig auf Hürden. Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse oder sogar eine vollständige Ablehnung sind keine Seltenheit. Umso wichtiger ist es, den Weg zum passenden Vertrag sorgfältig zu planen.
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Ein entscheidender Punkt: Wer ohne Vorbereitung einen BU-Antrag stellt und von einem Versicherer abgelehnt wird, kann sich seine Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss bei anderen Gesellschaften verschlechtern. Denn Ablehnungen werden unter bestimmten Voraussetzungen im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft (HIS) erfasst.
HIS: Das Informationssystem der Versicherungswirtschaft
Das Hinweis- und Informationssystem (HIS) dient Versicherern dazu, bestimmte risikorelevante Informationen auszutauschen. Erfasst werden beispielsweise auffällige Risiken oder Sachverhalte, die eine vertiefte Prüfung eines Versicherungsantrags erforderlich machen können. Betreiber des Systems war bis September 2025 die informa HIS GmbH im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Seit Oktober 2025 sammelt die Besurance HIS GmbH in Wiesbaden die Meldungen, die die beteiligten Versicherer eingereicht haben.
Ein Eintrag bedeutet zwar nicht automatisch, dass ein neuer Versicherungsvertrag abgelehnt wird. Er kann jedoch dazu führen, dass ein Antrag intensiver geprüft wird oder der Versicherer Risikozuschläge verlangt.
Anonyme Risikovoranfrage statt direkter Antrag
Aus Sicht vieler Vermittler ist deshalb eine anonyme Risikovoranfrage der sinnvollere erste Schritt. Dabei werden die Gesundheits- und Risikodaten anonymisiert an mehrere Versicherer übermittelt, ohne dass bereits ein offizieller Antrag gestellt wird. Der Vorteil: Interessenten erfahren vorab, welche Gesellschaften Versicherungsschutz anbieten würden und zu welchen Konditionen. Erst wenn ein positives Votum vorliegt, wird ein regulärer Antrag gestellt. So lässt sich vermeiden, dass unnötige Ablehnungen die weiteren Abschlusschancen beeinträchtigen.
Gerade unabhängige Versicherungsmakler nutzen dieses Verfahren regelmäßig, weil sie mehrere Versicherer parallel anfragen und so die Chancen auf ein passendes Angebot erhöhen können.
Wer wissen möchte, ob bereits ein HIS-Eintrag über die eigene Person existiert, kann von seinem Auskunftsrecht Gebrauch machen. Nach den geltenden Regelungen kann einmal jährlich kostenlos eine Selbstauskunft angefordert werden. So lässt sich nachvollziehen, welche Daten gespeichert sind. Eine solche Auskunft kann sich insbesondere dann lohnen, wenn in der Vergangenheit mehrere Versicherungsanträge gestellt oder ungewöhnlich viele Schäden gemeldet wurden.
Nach Angaben der Verbraucherzentralen kommt es bei HIS-Einträgen immer wieder zu Fehlern. So können beispielsweise mehrere reguläre Schadenmeldungen innerhalb kurzer Zeit dazu führen, dass ein Sachverhalt näher geprüft wird. Betroffene sollten ihre gespeicherten Daten deshalb kontrollieren und bei fehlerhaften Einträgen eine Berichtigung verlangen.
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Vermittler können teure Fehler vermeiden
Gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt sich eine sorgfältige Vorbereitung aus. Die Annahmepolitik der Versicherer unterscheidet sich teils erheblich. Während ein Anbieter einen Antrag ablehnt, akzeptiert ein anderer denselben Kunden möglicherweise mit einem moderaten Risikozuschlag oder sogar ohne Einschränkungen.
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Für Vermittler bietet die anonyme Risikovoranfrage daher einen wichtigen Baustein einer qualifizierten Beratung. Sie erhöht nicht nur die Chancen auf passenden Versicherungsschutz, sondern kann auch verhindern, dass voreilige Anträge langfristige Nachteile für die Kunden nach sich ziehen.
