Mit großen Plänen zur Neugestaltung der Rente hat die Bundesregierung einen Weg in die Kapitalisierung der Altersgelder aufgezeigt. Ein Teil Rentenreform ist die Kapitalrente. Die gesetzliche Rente soll durch Erträge aus Aktien und anderen Kapitalanlagen ergänzt und langfristig stabilisiert werden. Dabei orientiert sich die Rentenkommission ausdrücklich am schwedischen Modell. Dieses sehe jedoch nicht nur einen staatlichen Standardfonds vor, sondern ermögliche den Versicherten auch die Wahl zwischen zertifizierten privaten Fondsanbietern.

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Analog zum geplanten Altersvorsorgedepot ist bislang noch nicht geklärt, welcher öffentliche Träger das Produkt überhaupt anbieten soll. Ein Altersvorsorgedepot benötigt unter anderem eine Anlagestrategie, die technische Infrastruktur für Depotführung, Kundenbetreuung, Zulagenverwaltung und steuerliche Abwicklung. Genau diese Kompetenzen sind in den bislang diskutierten staatlichen Einrichtungen nur begrenzt vorhanden. Zwar verfügen Institutionen wie die Deutsche Bundesbank oder der Staatsfonds Kenfo über Erfahrung in der Vermögensverwaltung. Die Betreuung von Millionen privater Kunden gehört jedoch nicht zu ihren Kernaufgaben. Hier hätten die Kandidaten Deutsche Rentenversicherung und die Förderbank KfW wiederum Vorteile.

Analog sieht die Thematik bei der geplanten Kapitalrente aus. Hier war zuletzt regelmäßig über Kenfo gesprochen worden. Nun signalisiert die Deutsche Bundesbank ihre Bereitschaft, die Verwaltung der Kapitalrente zu übernehmen. Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer verwies darauf, dass die Zentralbank bereits seit Jahrzehnten Gelder des Bundes und der Länder am Kapitalmarkt anlegt. Aktuell verwalte die Bundesbank rund 140 Milliarden Euro für öffentliche Auftraggeber. „Wir sind so aufgestellt, dass wir aus dem Stand weitere Gelder für den Staat investieren können“, sagte Mauderer gegenüber dem "Tagesspiegel"

Die Bundesbank spricht sich ausdrücklich dafür aus, Aktien künftig nicht nur in der privaten Altersvorsorge, sondern auch innerhalb der gesetzlichen Rente stärker zu nutzen. Nach Ansicht von Mauderer eröffnet dies vielen Menschen zusätzliche Möglichkeiten für den Vermögensaufbau im Alter. „Viele Menschen erhalten so eine echte Chance, im Alter ein Leben nach ihren Vorstellungen zu führen“, betonte die Bundesbank-Vizepräsidentin. Gerade vor dem Hintergrund steigender Lebenserwartung und der anstehenden Verrentung der Babyboomer gewinnt die Suche nach zusätzlichen Finanzierungsquellen für die Rentenversicherung zunehmend an Bedeutung.

Die Verwaltung langfristiger Kapitalanlagen gehört bereits heute zum Aufgabenbereich der Bundesbank. Neben Geldern von Bund und Ländern verwaltet die Zentralbank unter anderem die Pensionsvermögen mehrerer Bundesländer sowie die Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit, verschiedener Sozialversicherungsträger und die Pensionsrückstellungen für Beamte. Dabei investiert die Bundesbank je nach Vorgaben ihrer Auftraggeber in unterschiedliche Anlageklassen. „Ob Aktien, Staats- oder Unternehmensanleihen, wir legen nach den jeweiligen Bedürfnissen unserer Kunden an“, sagte Mauderer. Entscheidend sei dabei stets, „eine solide Rendite mit angemessenem Risiko zu erzielen“.