Generali legt Deutschland-Strategie offen: Mehr KI, mehr Gewinn und mehr Fondspolicen
Generali Deutschland gibt sich ehrgeizige Wachstumsziele bis 2027. Der Versicherer will Profitabilität und Effizienz weiter steigern und setzt dabei auf fondsgebundene Lebensversicherung, KI und ein Mehrkanalmodell.

Der Versicherer Generali hat Investoren einen umfassenden Einblick in die künftige Ausrichtung sowie in aktuelle Zahlen der Deutschland-Tochter gegeben. Im Rahmen des Kapitalmarkttages stellte der Versicherer seine Strategie „Driving Excellence 2027“ vor und gewährte den Teilnehmern unter dem Titel „Exploring Generali – Deep Dive on Germany“ einen Blick in den Maschinenraum der Generali Deutschland.
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Aktuell sieht sich die Generali Deutschland gut aufgestellt. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 ein operatives Rekordergebnis von mehr als einer Milliarde Euro. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen auf 15,5 Milliarden Euro, während sich das operative Ergebnis auf 1,041 Milliarden Euro verbesserte. Die Schaden-Kosten-Quote in der Schaden- und Unfallversicherung sank auf 90,7 Prozent.
Stefan Lehmann, Country Manager Deutschland und Vorstandsvorsitzender der Generali Deutschland, formuliert den Anspruch klar: Ziel sei ein „profitables Wachstum durch marktdifferenzierte Vertriebskanäle, verankert in einer konsequent kunden- und mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur“.
Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie bleibt das Mehrkanalmodell. Über die Ausschließlichkeitsorganisation mit der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), den Direktversicherer CosmosDirekt und den Maklerversicherer Dialog will Generali unterschiedliche Kundengruppen gezielt ansprechen. Die Partnerschaft mit der DVAG bleibt dabei das wichtigste Standbein. Rund 18.000 Finanzberater vertreiben die Produkte exklusiv. Generali verweist auf eine Kundenbindungsquote von über 95 Prozent sowie darauf, dass rund 60 Prozent der Kunden mehrere Verträge beim Versicherer halten.
Parallel soll CosmosDirekt als digitaler Direktversicherer weiter wachsen. Der Anbieter gewann 2025 nach Unternehmensangaben rund 152.000 Neukunden hinzu und setzt auf vollständig digitale Kundenprozesse mit persönlicher Beratung bei Bedarf.
Lebensversicherung: Fondsgebundenes Geschäft im Mittelpunkt
Im Lebensversicherungsgeschäft setzt Generali konsequent auf kapitalleichte Produkte. Bereits heute ist das Unternehmen nach eigenen Angaben einer der Marktführer bei fondsgebundenen Lebensversicherungen. Bis 2027 sollen die Neugeschäftsvolumina in diesem Bereich weiter deutlich steigen. Gleichzeitig sollen die kumulierten Nettozuflüsse im Lebensversicherungsgeschäft mehr als 4,5 Milliarden Euro erreichen.
Ein weiteres Wachstumsfeld sieht Generali in der geplanten Reform der privaten Altersvorsorge. Der Versicherer verweist auf seine langjährige Erfahrung im Riester-Geschäft und sieht sich gut positioniert, künftig die neuen staatlich geförderten Vorsorgeprodukte anzubieten. Besonders die Kombination aus digitalem Abschluss über CosmosDirekt und persönlicher Beratung durch die DVAG soll dabei Wettbewerbsvorteile schaffen.
Auch im Schaden- und Unfallgeschäft verfolgt der Versicherer ehrgeizige Ziele. Die Beitragseinnahmen sollen bis 2027 auf mehr als fünf Milliarden Euro steigen. Gleichzeitig will das Unternehmen die Schaden-Kosten-Quote dauerhaft auf rund 92 Prozent begrenzen. Wachstum verspricht sich Generali insbesondere im Firmenkundengeschäft sowie bei Bündelprodukten für kleine und mittlere Unternehmen.
Künstliche Intelligenz wird zum Wachstumstreiber
Eine Schlüsselrolle übernimmt künstliche Intelligenz. Bereits heute nutzt Generali nach eigenen Angaben 14 der 16 konzernweiten KI-Anwendungen. Bis Ende 2026 sollen sämtliche Anwendungen eingeführt sein. Die Einsatzfelder reichen von der Tarifierung über das Underwriting bis hin zur Schadenbearbeitung und Kundenkommunikation. Nach Unternehmensangaben soll KI ab 2027 einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag von rund 100 Millionen Euro pro Jahr liefern. Bereits heute profitiert der Versicherer etwa von KI-gestützter Tarifkalkulation in der Kfz-Versicherung oder automatisierter Schadenbearbeitung. Im Gesundheitsbereich soll der Automatisierungsgrad bei Leistungsfällen bis 2027 auf rund 50 Prozent steigen.
Parallel investiert Generali kräftig in den Konzernumbau. Zwischen 2025 und 2027 sind Investitionen von rund 198 Millionen Euro in Transformationsprojekte vorgesehen. Dazu gehören die Modernisierung der IT, der stärkere Einsatz generativer KI, die Automatisierung von Geschäftsprozessen sowie eine Straffung der Organisation. Die Zahl der Vollzeitstellen soll sinken, gleichzeitig soll die Produktivität je Mitarbeiter steigen.
Bis zum Ende des Strategieprogramms will Generali Deutschland das bereinigte Konzernergebnis jährlich um rund fünf Prozent steigern. Das operative Ergebnis im Schaden- und Unfallgeschäft soll sogar um mehr als acht Prozent pro Jahr wachsen. Gleichzeitig sollen kumulierte Mittelzuflüsse aus der Lebensversicherung von mehr als 4,5 Milliarden Euro sowie Ausschüttungen an den Konzern von rund zwei Milliarden Euro erzielt werden.
