Hintergrund: Die Zahnzusatzversicherung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Massenprodukt entwickelt. Ende 2024 verfügten bereits knapp 20,2 Millionen Menschen in Deutschland über eine entsprechende Absicherung.

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Der Erfolg des Produkts hängt eng mit den begrenzten Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zusammen. Denn zwar beteiligt sich die gesetzliche Krankenversicherung an vielen zahnärztlichen Behandlungen. Ihre Leistungen orientieren sich jedoch an der sogenannten Regelversorgung. Diese soll eine ausreichende und zweckmäßige Versorgung sicherstellen. Wer sich für höherwertige Lösungen entscheidet, etwa für Implantate statt einer einfachen Brückenversorgung oder für besonders hochwertige Materialien, muss die entstehenden Mehrkosten häufig selbst tragen. Je nach Behandlung können dabei schnell Eigenanteile von mehreren tausend Euro entstehen.

Entsprechend groß ist die Nachfrage nach privatem Zusatzschutz geworden. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Zahnersatz. Auch hochwertige Füllungen, professionelle Zahnreinigung, Wurzelbehandlungen oder Leistungen zur Parodontitisbehandlung zählen zu den Gründen, weshalb sich viele gesetzlich Versicherte zusätzlich absichern. Umso interessanter ist die Frage, welchen Anbietern es gelingt, bei ihren Kunden ein solches Vertrauen aufzubauen, dass sie tatsächlich weiterempfohlen werden. Antworten darauf liefert die aktuelle Studie „Von Kunden empfohlen 2026“ von ServiceValue und FOCUS MONEY.

Was wurde untersucht?

Die Auswertung der Zahnzusatzversicherer ist Teil der Studie „Von Kunden empfohlen 2026“, die ServiceValue gemeinsam mit FOCUS MONEY durchgeführt hat. Insgesamt wurden mehr als 521.000 Kundenurteile zu 1.507 Unternehmen aus 68 Branchen ausgewertet. Die Zahnzusatzversicherer bilden dabei eine eigenständige Kategorie innerhalb des Rankings. Grundlage der Untersuchung ist eine Online-Befragung, bei der ausschließlich Personen berücksichtigt werden, die innerhalb der vergangenen 24 Monate Kunde des jeweiligen Anbieters waren oder noch sind.

Anders als viele klassische Kundenzufriedenheitsstudien fragt die Untersuchung nicht nach einer theoretischen Weiterempfehlungsbereitschaft. Stattdessen werden die Teilnehmer gebeten anzugeben, ob sie einen Anbieter in ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld tatsächlich weiterempfohlen haben. Hierfür stehen die Antwortmöglichkeiten „ja, immer wieder“, „ja, mehrmals“, „ja, mindestens einmal“ sowie „nein“ zur Verfügung.

Aus den Antworten berechnet ServiceValue einen sogenannten Empfehlungsscore (ES). Dabei werden die Angaben unterschiedlich gewichtet. Antworten der Kategorie „ja, immer wieder“ fließen mit dem Faktor fünf in die Berechnung ein, „ja, mehrmals“ mit dem Faktor drei und „ja, mindestens einmal“ mit dem Faktor eins. Auf diese Weise soll nicht nur erfasst werden, ob ein Kunde einen Anbieter empfohlen hat, sondern auch wie häufig dies geschah.

Der Empfehlungsscore kann Werte zwischen 0 und 100 Punkten annehmen. Nach Angaben von ServiceValue würde ein Wert von 100 Punkten erreicht, wenn sämtliche Befragten einen Anbieter „immer wieder“ weiterempfohlen hätten. Ein Wert von 60 Punkten entspräche dem theoretischen Fall, dass alle Kunden „mehrmals“ empfohlen haben, während 20 Punkte erreicht würden, wenn sämtliche Kunden einen Anbieter „mindestens einmal“ weiterempfohlen hätten. Ein Wert von 0 Punkten bedeutet entsprechend, dass keine Weiterempfehlungen ausgesprochen wurden.

Die Unternehmen werden anhand ihres Empfehlungsscores innerhalb ihrer jeweiligen Branche verglichen. Der Branchengewinner erhält die Auszeichnung „Höchste Weiterempfehlung“. Anbieter, deren Empfehlungsscore über dem Branchendurchschnitt liegt, werden mit dem Prädikat „Hohe Weiterempfehlung“ ausgezeichnet.

Was die Studie leisten kann – und was nicht

Die Ergebnisse zeigen, welchen Zahnzusatzversicherern ihre Kunden besonders häufig tatsächliche Weiterempfehlungen aussprechen. Erfasst wird damit nicht die theoretische Empfehlungsbereitschaft, sondern das selbst berichtete Empfehlungsverhalten der Befragten.

Gleichzeitig sollten die Grenzen der Methodik berücksichtigt werden. Die Studie misst weder die Qualität einzelner Tarifbedingungen noch die Höhe der Erstattungen oder die finanzielle Stärke eines Versicherers. Ebenso wenig lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, welcher Anbieter im Markt die leistungsstärksten Zahnzusatztarife anbietet.

Zwar dürften viele Befragte ihre Einschätzung auf konkrete Erfahrungen mit Leistungen wie professioneller Zahnreinigung, hochwertigen Füllungen, Zahnersatz oder Wurzelbehandlungen stützen. Ob ein Tarif im Marktvergleich besonders leistungsstark ist, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Denn die meisten Versicherten kennen in der Regel nur ihren eigenen Vertrag und haben keinen direkten Vergleich zu den Leistungen anderer Anbieter.

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Hinzu kommt, dass sich Zahnzusatzversicherungen teilweise erheblich unterscheiden. Erstattungssätze, Leistungsgrenzen, Wartezeiten oder die Absicherung bestimmter Behandlungen können je nach Tarif sehr unterschiedlich ausfallen. Viele dieser Unterschiede werden erst bei einer genaueren Analyse der Versicherungsbedingungen sichtbar. Die Studie liefert damit vor allem einen Einblick in das Weiterempfehlungsverhalten der Kunden und die Wahrnehmung der Anbieter aus Kundensicht. Aussagen über die tatsächliche Leistungsstärke einzelner Zahnzusatztarife oder die Vorteilhaftigkeit konkreter Versicherungsbedingungen lassen sich daraus hingegen nicht ableiten. Weitere Ergebnisse der Studie sowie ein Studiensteckbrief sind auf der ServiceValue-Webseite verfügbar.