Die betriebliche Altersversorgung (bAV) genießt in deutschen Unternehmen grundsätzlich einen hohen Stellenwert. Dennoch sehen viele Arbeitgeber politischen Handlungsbedarf, um die Verbreitung der Betriebsrente voranzubringen. Das zeigt eine aktuelle Civey-Befragung im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Demnach bieten bereits knapp 68 Prozent der befragten Unternehmen ihren Beschäftigten eine betriebliche Altersversorgung an. Gleichzeitig sind zwei Drittel der Personalverantwortlichen der Ansicht, dass die Politik die Rahmenbedingungen verbessern muss. Besonders kleinere und mittlere Unternehmen wünschen sich einfachere, rechtssichere und administrativ schlanke Lösungen.

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„Gerade kleinere Unternehmen brauchen einfache und rechtssichere Lösungen, die ohne viel Aufwand funktionieren. Politik und Rentenkommission sollten diesen Bedarf ernst nehmen“, sagt Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV. Der Handlungsdruck sei groß: Fast 60 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die Bedeutung der bAV in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

Die Umfrage zeigt, dass die Nachfrage der Beschäftigten keineswegs das Problem ist. Lediglich rund elf Prozent der Unternehmen nennen mangelndes Mitarbeiterinteresse als Hindernis. Die größten Herausforderungen liegen vielmehr auf Arbeitgeberseite. Als wichtigste Hemmnisse nennen die Befragten den hohen Verwaltungsaufwand (39 Prozent), Rechtsunsicherheiten (38 Prozent) sowie die Komplexität gesetzlicher Vorgaben (36 Prozent). Besonders kritisch wird zudem das Arbeitgeberhaftungsrisiko gesehen. Für 42 Prozent der Unternehmen besitzt dieses eine hohe oder sogar sehr hohe Bedeutung. Entsprechend klar fallen die Erwartungen an die Politik aus. 59 Prozent der Unternehmen wünschen sich stärkere steuerliche Anreize, fast die Hälfte fordert einfachere gesetzliche Regelungen.

Um die Verbreitung der Betriebsrente insbesondere in kleineren Unternehmen zu erhöhen, schlägt die Versicherungswirtschaft ein stark standardisiertes bAV-Basisprodukt vor. Dieses soll als Direktversicherung ausgestaltet werden und bewusst auf einfache Prozesse, wenige Wahlmöglichkeiten und einen klar strukturierten Anspar- und Auszahlungsprozess setzen. Kernidee ist ein möglichst unkomplizierter Zugang für Arbeitgeber und Beschäftigte. Verwaltungsaufgaben wie Beitragseinzug, Datenaustausch oder Versicherungsnehmerwechsel sollen über eine zentrale Clearingstelle abgewickelt werden. Dadurch sollen Unternehmen von bürokratischen Aufgaben entlastet werden. „Für kleine Betriebe muss die Betriebsrente so einfach wie möglich werden. Einfach den Beitrag zahlen, den Rest übernimmt der Standardprozess“, sagt Schumann.

Vorgesehen ist zudem eine Kapitalgarantie von 80 Prozent der eingezahlten Beiträge während der Ansparphase. Gleichzeitig sollen Beschäftigte weiterhin von den Renditechancen der Kapitalmärkte profitieren können. Beim Arbeitgeberwechsel soll die Lösung unkompliziert und kostenfrei übertragbar sein. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Versicherungswirtschaft will arbeitsrechtliche Restrisiken kollektiv absichern beziehungsweise abfedern. Dadurch könnten Arbeitgeber bei diesem Standardmodell weitgehend von Haftungsrisiken entlastet werden.