Auffällig ist zudem die Vielfalt der Geschäftsmodelle. Die Spitzengruppe vereint klassische Mehrspartenversicherer, regional geprägte Versicherungsgruppen, international aufgestellte Anbieter sowie Spezialisten für Altersvorsorge und biometrische Risiken. Das spricht dafür, dass ein starkes Innovationsimage offenbar nicht an eine bestimmte Unternehmensgröße oder Marktposition gebunden ist.

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Bemerkenswert erscheint auch, dass die bestplatzierten Versicherer in den vergangenen Jahren auf sehr unterschiedliche Weise mit Innovation in Verbindung gebracht wurden. Während bei einigen Unternehmen große Transformations- und Integrationsprojekte im Mittelpunkt standen, prägten bei anderen Digitalisierungsvorhaben, neue Technologien oder die Weiterentwicklung von Vertriebs- und Serviceprozessen die öffentliche Wahrnehmung. Die Ergebnisse legen damit nahe, dass es keinen einheitlichen Weg zu einem starken Innovationsprofil gibt.

Die folgenden Versicherer erzielten die höchsten Bewertungen in der Branche:

Rang 1: BarmeniaGothaer (100,0 / Branchensieger)

Der Zusammenschluss von Barmenia und Gothaer bündelt erhebliche Marktvolumina unter einem gemeinsamen Dach. In der privaten Krankenversicherung erzielt die Barmenia 2,52 Milliarden Euro Beiträge und belegt damit Rang sechs der Branche. Hinzu kommen 2,66 Milliarden Euro Bruttoprämien der Gothaer Allgemeinen im Schaden- und Unfallgeschäft, was einem Marktanteil von 2,88 Prozent entspricht. Die Gothaer Leben steuert weitere 1,38 Milliarden Euro Beiträge bei (Stand der Kennzahlen ist 2024).

Die hohe Platzierung dürfte auch mit dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen zusammenhängen, der zu den größten Transformationsprojekten der deutschen Versicherungswirtschaft zählt. Die Integration von IT-Systemen, Prozessen und Vertriebsstrukturen steht dabei ebenso im Fokus wie der Ausbau gemeinsamer digitaler Plattformen. Zugleich kündigte die Gruppe zuletzt umfangreiche Investitionen in Künstliche Intelligenz an. Kaum ein anderer Versicherer war in den vergangenen Jahren so stark mit Zukunfts- und Transformationsthemen verbunden.

Rang 2: Allianz (99,3 / Sieger)

Die Allianz ist der größte Versicherer Deutschlands und Marktführer in mehreren zentralen Versicherungssparten. In der Lebensversicherung erzielte der Konzern 2024 Beiträge von 23,85 Milliarden Euro und vereinte damit rund ein Viertel des gesamten Marktes auf sich. Auch im Schaden- und Unfallgeschäft liegt die Allianz mit rund 13,3 Prozent Marktanteil an der Spitze. In der privaten Krankenversicherung belegt sie mit 4,32 Milliarden Euro Beiträgen Rang drei.

Kaum ein anderer Versicherer verbindet eine vergleichbare Marktstellung mit einer ähnlich hohen Sichtbarkeit bei Zukunftsthemen. Zuletzt sorgte insbesondere die konzernweite KI-Strategie für Aufmerksamkeit. Im Rahmen einer globalen Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic sollen intelligente Systeme künftig stärker in Softwareentwicklung, Schadenbearbeitung und weitere Geschäftsprozesse eingebunden werden. Gleichzeitig investiert der Konzern seit Jahren in den Ausbau von Daten- und KI-Kompetenzen seiner Beschäftigten.

Rang 3: Provinzial (98,6 / Sieger)

Die Provinzial zählt zu den großen Versicherungsgruppen Deutschlands und ist durch ihre öffentlich-rechtliche Struktur sowie die enge Anbindung an die Sparkassen stark regional verankert. Im Schaden- und Unfallgeschäft erzielt sie 3,60 Milliarden Euro Bruttoprämien und erreicht damit einen Marktanteil von 3,89 Prozent. Besonders prägend ist die traditionell starke Stellung in der Wohngebäudeversicherung. In der Lebensversicherung kommen weitere 2,13 Milliarden Euro Beiträge hinzu (auch hier Stand 2024).

Die hohe Platzierung dürfte auch auf umfangreiche Modernisierungs- und Integrationsprojekte der vergangenen Jahre zurückzuführen sein. Nach der Zusammenführung verschiedener Provinzial-Gesellschaften standen insbesondere die Harmonisierung von IT-Landschaften, der Aufbau gemeinsamer Plattformen und die Digitalisierung von Prozessen im Mittelpunkt. Hinzu kommen datengetriebene Vertriebsansätze sowie der konzernweite Einsatz eigener KI-Lösungen für mehrere tausend Beschäftigte.

Rang 4: LV 1871 (97,4 / Sieger)

Mit 708 Millionen Euro gebuchten Bruttoprämien und einem Marktanteil von 0,77 Prozent gehört die LV 1871 zum oberen Mittelfeld der deutschen Lebensversicherer. Das Portfolio ist breit aufgestellt: Rund 34 Prozent des Bestands entfallen auf Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, weitere 28 Prozent auf klassische Kapitalversicherungen. Fonds- und indexgebundene Produkte kommen auf 25 Prozent, während das Kollektivgeschäft weitere 12 Prozent beisteuert. Charakteristisch ist zudem die starke Ausrichtung auf unabhängige Vermittler und Makler, über die ein Großteil des Neugeschäfts vermittelt wird.

Bemerkenswert ist die Platzierung vor zahlreichen deutlich größeren Wettbewerbern. Die LV 1871 hat in den vergangenen Jahren ihre digitalen Services für Makler und Vermittler kontinuierlich ausgebaut. Dazu zählen digitale Weiterbildungsangebote ebenso wie neue Unterstützungsleistungen für den Omnikanal-Vertrieb und die stärkere Digitalisierung der Kundenkommunikation. Parallel dazu wurde die Korrespondenz mit Kunden schrittweise auf digitale Kanäle und das eigene Kundenportal verlagert. Die hohe Platzierung deutet darauf hin, dass Innovation in der öffentlichen Wahrnehmung nicht nur über neue Produkte oder Technologien entsteht, sondern auch über die Digitalisierung der Schnittstellen zwischen Versicherern, Vertriebspartnern und Kunden.

Rang 5: Helvetia (96,5 / Sieger)

Mit 613 Millionen Euro Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft gehört Helvetia zu den mittelgroßen Kompositversicherern in Deutschland. Das Portfolio ist breit aufgestellt: 34 Prozent des Bestands entfallen auf die Kraftfahrtversicherung, weitere 23 Prozent auf die Wohngebäudeversicherung und 10 Prozent auf die Haftpflichtversicherung. Hinzu kommen Hausrat-, Feuer-, Unfall- und weitere Sachsparten. Daneben betreibt die Gruppe ein Lebensversicherungsgeschäft mit 314 Millionen Euro Beiträgen. Auffällig ist dabei der hohe Anteil fonds- und indexgebundener Produkte, die rund 60 Prozent des Bestands ausmachen.

Wie bereits bei der LV 1871 fällt auf, dass Helvetia nicht zu den größten Versicherern des deutschen Marktes zählt und dennoch einen Spitzenplatz erreicht. Auffällig ist dabei die Struktur des Lebensversicherungsbestands: Rund 60 Prozent entfallen auf fonds- und indexgebundene Produkte und damit doppelt so viel wie im Marktdurchschnitt. Die Gruppe setzt damit überdurchschnittlich stark auf moderne, kapitalmarktorientierte Vorsorgelösungen.

Gleichzeitig verbindet die Schweizer Versicherungsgruppe ihre Wachstumsstrategie seit Jahren mit einer umfassenden Modernisierung von Prozessen und Systemen. Im Mittelpunkt stehen die stärkere Vernetzung von Kunden, Vertriebspartnern und Fachbereichen, die Digitalisierung von Dokumenten- und Informationsflüssen sowie die Automatisierung von Arbeitsabläufen. Ziel ist es, Bearbeitungszeiten zu verkürzen und die Auskunftsfähigkeit gegenüber Kunden und Vertriebspartnern zu verbessern. Die Platzierung deutet darauf hin, dass Innovationswahrnehmung in der Versicherungswirtschaft sowohl durch moderne Produktkonzepte als auch durch technologische und organisatorische Weiterentwicklungen geprägt werden kann.

Rang 6: Alte Leipziger-Hallesche (95,8 / Sieger)

Die Alte Leipziger-Hallesche verbindet zwei der wichtigsten Segmente der Personenversicherung unter einem Dach. Während die Alte Leipziger mit 2,71 Milliarden Euro Beiträgen zu den größten Lebensversicherern Deutschlands zählt, erzielt die Hallesche in der privaten Krankenversicherung ein Prämienvolumen von 1,66 Milliarden Euro. Ergänzt wird dies durch ein Kompositgeschäft mit rund 548 Millionen Euro Beitragseinnahmen.

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Die Gruppe hat ihre Digitalisierungsaktivitäten in den vergangenen Jahren organisatorisch deutlich aufgewertet. Mit einem eigenen Ressort für Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Serviceprozesse bündelt sie zentrale Zukunftsthemen auf Vorstandsebene. Im Fokus stehen dabei die Weiterentwicklung digitaler Angebote, die Verbesserung von Schnittstellen zu Vertriebspartnern sowie die stärkere Automatisierung von Geschäftsprozessen. Moderne Datenanalysen und KI-Anwendungen sollen darüber hinaus Vertrieb und Kundenansprache unterstützen.

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