Die Reform der privaten Altersvorsorge nimmt Fahrt auf. Nachdem der Bundesrat am 8. Mai 2026 grünes Licht für das neue Altersvorsorgedepot (AVD) gegeben hat, wächst bereits das Interesse potenzieller Sparer. Laut einer repräsentativen Umfrage des digitalen Vermögensverwalters quirion kann sich mehr als jeder Zweite (52 Prozent) vorstellen, ein Altersvorsorgedepot zu eröffnen.

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Damit fällt die Zustimmung deutlich höher aus als in den Anfangsjahren der Riester-Rente. Während damals laut früheren Erhebungen nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Bevölkerung einen Abschluss plante, stößt das neue kapitalmarktorientierte Modell offenbar auf deutlich mehr Offenheit.

Obwohl sich bislang lediglich acht Prozent der Befragten gut informiert fühlen, ist die Bereitschaft zum Abschluss bereits hoch. Besonders hoch ist das Interesse bei jüngeren Menschen zwischen 16 und 40 Jahren sowie bei Personen, die bereits privat vorsorgen. Beim Einstieg zeigen sich die Befragten allerdings gespalten: 46 Prozent der Interessierten wollen direkt zum Start Anfang 2027 einsteigen, ebenso viele zunächst Erfahrungen anderer Anleger abwarten.

Bei den Erwartungen an das neue Vorsorgemodell dominieren klassische Verbraucherthemen. Für 59 Prozent der Befragten sind verständliche und transparente Produktinformationen das wichtigste Auswahlkriterium. Niedrige Gebühren folgen mit 55 Prozent auf Rang zwei, klare Regeln für die spätere Auszahlung mit 54 Prozent auf Rang drei. Erst danach spielt die Rendite eine zentrale Rolle.

„Bei der Riester-Rente haben die strukturellen Vorgaben die Renditechancen massiv eingeschränkt und die Produkte teuer gemacht“, sagt Matthias Lamberti, Chief Innovation & Product Manager bei quirion. Ziel müsse nun ein „wirklich faires, kostengünstiges und anlegerfreundliches Altersvorsorgedepot“ sein.

Bei der Wahl möglicher Anbieter schneiden Banken sowie Neobroker und digitale Vermögensverwalter leicht besser ab als klassische Versicherer. Während jeweils 46 Prozent Banken beziehungsweise digitale Anbieter bevorzugen, können sich 44 Prozent ein staatliches Standardprodukt vorstellen. Versicherungen kommen auf 40 Prozent Zustimmung.

Auch bei den geplanten Sparraten zeigen sich Unterschiede. Im Durchschnitt würden Interessierte monatlich 181 Euro einzahlen. Männer planen dabei mit durchschnittlich 223 Euro deutlich höhere Beiträge als Frauen mit 124 Euro. Besonders investitionsbereit zeigen sich Personen mit höherem Einkommen.

Die Einführung des Altersvorsorgedepots dürfte auch Bewegung in den bestehenden Riester-Markt bringen. Viele Sparer beschäftigen sich bereits mit der Frage, ob sie ihre bisherigen Verträge behalten oder in das neue System wechseln sollen. So wollen 26 Prozent der interessierten Riester-Kunden ihren bestehenden Vertrag ruhen lassen und zusätzlich ein Altersvorsorgedepot eröffnen. Weitere 22 Prozent planen sogar, ihr angespartes Kapital vollständig in ein neues Depot zu übertragen.

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