Württembergische will offenbar Versicherungsbestand von Neodigital übernehmen
Die Württembergische Versicherung will offenbar den Versicherungsbestand der Neodigital Versicherung übernehmen. Zu den Details des Vorhabens halten sich beide Unternehmen bislang bedeckt. Der mögliche Deal folgt auf eine umfassende Sanierung des Digitalversicherers.

Die Württembergische Versicherung AG will offenbar den Versicherungsbestand der Neodigital Versicherung übernehmen. Darüber berichtet das Fachmagazin procontra. Demnach läuft unter dem Aktenzeichen B9-73/26 ein entsprechendes Verfahren beim Bundeskartellamt.
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Zu den Einzelheiten des Vorhabens äußern sich beide Unternehmen bislang nicht. Nach Informationen von procontra wollten weder die Württembergische noch Neodigital bestätigen, ob die Transaktion den gesamten oder nur Teile des Versicherungsportfolios umfasst beziehungsweise ob auch Unternehmensanteile Gegenstand des Deals sind. Neodigital erklärte lediglich, der Vorgang stehe im Zusammenhang mit einer „strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens“.
Verkauf folgt auf Sanierungskurs
Der mögliche Verkauf kommt nach einer umfassenden Neuausrichtung des Digitalversicherers. Bereits im vergangenen Jahr hatte Neodigital angekündigt, sich von einem Teil seines schadenbelasteten SHU-Bestands zu trennen. Betroffen waren nach Unternehmensangaben weniger als drei Prozent der Verträge (Versicherungsbote berichtete). Als Gründe nannte der Versicherer deutlich gestiegene Schadenaufwendungen und höhere Kosten in der Schadenregulierung. Gleichzeitig kündigte Neodigital an, seine Tarife zu überarbeiten, um Preise und Risiken wieder stärker in Einklang zu bringen.
Bereits zuvor hatte die HUK-Coburg-Gruppe die Neodigital Autoversicherung AG vollständig übernommen und damit das Kfz-Geschäft des Insurtechs integriert. Nach dem Solvency-and-Financial-Condition-Report (SFCR) 2025 verwaltete Neodigital zuletzt 462.984 Versicherungsverträge und erzielte gebuchte Bruttobeiträge von rund 38 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte der Beitragseinnahmen entfiel auf Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen, rund ein Drittel auf die Allgemeine Haftpflichtversicherung. Die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen zeigten sich auch im Jahresabschluss 2025: Der Fehlbetrag schrumpfte von 19,53 Millionen Euro auf 1,87 Millionen Euro.
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Die Württembergische zählt dagegen mit verdienten Bruttobeiträgen von 2,91 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025 zu den zehn größten Kompositversicherern Deutschlands und steigerte ihre Prämieneinnahmen zuletzt um 5,4 Prozent. Ob und wann die geplante Übernahme des Versicherungsbestands vollzogen wird, ist laut procontra derzeit noch offen. Eine Entscheidung des Bundeskartellamts steht noch aus.
