Hintergrund: E-Bikes und Pedelecs haben sich in den vergangenen Jahren vom Nischenprodukt zum Massenmarkt entwickelt. Immer mehr Verbraucher investieren mehrere tausend Euro in elektrisch unterstützte Fahrräder. Mit den steigenden Anschaffungskosten wächst auch das Interesse an passendem Versicherungsschutz. Denn während klassische Fahrräder häufig über die Hausratversicherung abgesichert werden, haben sich für hochwertige E-Bikes eigenständige Versicherungslösungen etabliert.

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Doch E-Bike-Versicherungen sind weit mehr als reine Diebstahlversicherungen. Die Branche umfasst sehr unterschiedliche Produktwelten. Während einige Tarife vor allem Schutz gegen Diebstahl und Raub bieten, reichen andere Angebote deutlich weiter und sichern zusätzlich Unfall- und Sturzschäden, Vandalismus, Akku- und Elektronikdefekte oder sogar Verschleiß ab. Hinzu kommen Schutzbrief- und Mobilitätsleistungen wie Pannenhilfe, Abschleppdienste oder Ersatzfahrräder, die an klassische Assistance-Konzepte aus der Kfz-Versicherung erinnern.

Umso interessanter ist die Frage, welchen Anbietern es gelingt, ihre Kunden über diese unterschiedlichen Leistungswelten hinweg besonders häufig von ihren Produkten zu überzeugen. Eine Antwort darauf liefert die aktuelle Studie „Produkt-Champions“ von ServiceValue und der WELT. Versicherungsbote stellt die bestplatzierten Anbieter der Kategorie in einer Bildstrecke vor.

Was wurde untersucht?

Die Auswertung ist Teil der Studienreihe „Produkt-Champions“, die ServiceValue gemeinsam mit der WELT branchenübergreifend durchführt. Für die aktuelle Untersuchung wurden insgesamt 2.276 Unternehmen und Marken aus 144 Branchen bewertet. Die E-Bike-Versicherer bilden dabei eine eigenständige Kategorie innerhalb des Rankings.

Anders als viele andere Untersuchungen des Kölner Ratingunternehmens arbeitet diese Studie nicht mit mehrstufigen Bewertungs- oder Zufriedenheitsskalen. Stattdessen erhalten die Teilnehmer eine Auswahl von Unternehmen und Marken zur Bewertung und werden gefragt:

„Bitte geben Sie an, welche Unternehmen beziehungsweise Marken Sie persönlich über die Qualität ihrer Produkte begeistern.“

Den Teilnehmern wurde dabei jeweils eine Auswahl von Unternehmen und Marken zur Bewertung vorgelegt. Für jedes Unternehmen konnten sie angeben, ob dieses sie über die Qualität seiner Produkte begeistert (Ja) oder nicht (Nein). Zusätzlich bestand die Möglichkeit, anzugeben, dass ein Unternehmen nicht bekannt ist beziehungsweise nicht beurteilt werden kann.

Gerade bei E-Bike-Versicherern umfasst der Begriff „Produkte“ dabei sehr unterschiedliche Leistungswelten. Je nach Anbieter können die Bewertungen auf Erfahrungen mit Diebstahlschutz, Fahrrad- und E-Bike-Kaskoversicherungen, Akku- und Elektronikschutz, Verschleißleistungen oder Schutzbriefangeboten beruhen. Die Studie differenziert zwischen diesen Produktkategorien nicht, sondern erfasst ein Gesamturteil über die Produkte eines Unternehmens.

Aus den abgegebenen Bewertungen wird der sogenannte Product Benefit Score (PBS) berechnet. Dieser gibt den Anteil der Befragten an, die angaben, von den Produkten eines Unternehmens begeistert zu sein. Auf Grundlage dieses Wertes werden die Unternehmen innerhalb ihrer jeweiligen Branche gerankt. Unternehmen, die zum besten Drittel ihrer Branche gehören, erhalten einen Gold-Rang. Das jeweils bestplatzierte Unternehmen einer Branche wird darüber hinaus als Branchengewinner ausgewiesen.

Nach Angaben von ServiceValue ist der PBS branchenübergreifend vergleichbar. Die veröffentlichten Ergebnisse werden jedoch überwiegend auf Branchenebene ausgewiesen. Für die Einordnung der E-Bike-Versicherer ist daher vor allem die Platzierung innerhalb der eigenen Kategorie maßgeblich.

Was die Studie zeigen kann – und was nicht

Die Ergebnisse zeigen, welche Anbieter bei den Befragten besonders häufig positive Urteile über ihre Produkte erzielen. Erfasst wird dabei jedoch nicht die tatsächliche Qualität einzelner Versicherungsprodukte, sondern die Wahrnehmung der Teilnehmer.

Dabei ist zunächst zu beachten, dass die Studie keine klassische Kundenbefragung im engeren Sinne darstellt. Zwar berücksichtigt ServiceValue nach eigenen Angaben nur Urteile von Personen, die die Produkte eines Unternehmens kennen und beurteilen können. Ein formaler Nachweis einer aktuellen oder früheren Kundenbeziehung ist in der Methodik jedoch nicht vorgesehen. Zudem bleibt offen, auf welche konkreten Produkte sich die jeweiligen Bewertungen beziehen.

Gerade bei E-Bike-Versicherern ist dieser Aspekt bedeutsam. Die Branche umfasst sehr unterschiedliche Leistungswelten – von erweitertem Diebstahlschutz über Fahrrad- und E-Bike-Kaskoversicherungen bis hin zu Akku- und Elektronikschutz, Verschleißleistungen oder Schutzbriefangeboten. Die Studie unterscheidet zwischen diesen Produktkategorien nicht. Entsprechend kann ein positives Urteil auf sehr unterschiedlichen Erfahrungen beruhen.

Hinzu kommt, dass E-Bike-Versicherungen häufig einfacher wirken, als sie tatsächlich sind. Der Abschluss erfolgt vielfach digital und innerhalb weniger Minuten. Die tatsächliche Leistungsqualität eines Tarifs hängt jedoch oft von Details der Versicherungsbedingungen ab. Dazu zählen etwa Regelungen zur Sicherung des Fahrrads, Ausschlüsse für bestimmte Schadenursachen, Vorgaben zum Umgang mit Verschleiß oder die Frage, unter welchen Voraussetzungen Reparatur- oder Ersatzleistungen erbracht werden. Viele dieser Unterschiede werden für Kunden erst im Schadenfall sichtbar.

Auch die Vergleichsmöglichkeiten der Verbraucher sind begrenzt. Anders als spezialisierte Vermittler oder Analysten beschäftigen sich die meisten E-Bike-Besitzer nur punktuell mit Versicherungsbedingungen. Ob ein Tarif bestimmte Schäden tatsächlich umfassend absichert oder welche Einschränkungen und Ausschlussklauseln gelten, lässt sich häufig erst nach einer intensiven Prüfung der Vertragsbedingungen beurteilen.

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Die Studie liefert damit vor allem einen Einblick in die Wahrnehmung und Reputation der Produkte eines Anbieters aus Sicht der Befragten. Aussagen über die tatsächliche Leistungsstärke einzelner Tarife oder die Vorteilhaftigkeit konkreter Vertragsbedingungen lassen sich daraus hingegen nicht ableiten. Weitere Ergebnisse sowie ein Studiensteckbrief sind auf der ServiceValue-Webseite verfügbar.