Munich Re übertrifft Erwartungen und liegt auf Rekordkurs
Die Munich Re ist mit einem starken ersten Quartal ins Jahr 2026 gestartet. Vor allem die geringe Großschadenbelastung sorgte für kräftige Ergebniszuwächse. Auch der Erstversicherer Ergo konnte überzeugen.

Die Munich Re hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Gewinnsprung erzielt. Der Rückversicherer erwirtschaftete ein Konzernergebnis von 1,714 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn noch bei 1,094 Milliarden Euro gelegen. Damit sieht sich der Konzern auf Kurs, das Jahresziel von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen. Der Versicherungsumsatz aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen ging dagegen leicht auf 15,0 Milliarden Euro zurück. Im Vorjahreszeitraum standen hier noch 15,8 Milliarden Euro zu Buche. Verantwortlich dafür seien vor allem negative Währungseffekte gewesen.
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„Munich Re ist mit einem Quartalsgewinn von 1,7 Mrd. € sehr gut ins Jahr 2026 gestartet. Wir sind damit voll auf Kurs, unser diesjähriges Gewinnziel von 6,3 Mrd. € zu erreichen“, sagte Finanzvorstand Andrew Buchanan.
Operatives Ergebnis legt kräftig zu
Auch operativ entwickelte sich das Geschäft deutlich besser als im Vorjahr. Das operative Ergebnis sprang von 1,465 Milliarden Euro auf 2,230 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhte sich das versicherungstechnische Gesamtergebnis von 2,054 Milliarden Euro auf 2,676 Milliarden Euro.
Besonders stark entwickelte sich das Rückversicherungsgeschäft. Dieses steuerte 1,479 Milliarden Euro zum Konzernergebnis bei. Im Vorjahresquartal waren es noch 853 Millionen Euro gewesen. Treiber war vor allem die Schaden-/Unfall-Rückversicherung. Hier verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote von 83,9 Prozent auf herausragende 66,8 Prozent.
Die Großschadenbelastung fiel mit 130 Millionen Euro deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Damals hatten allein die Waldbrände in Los Angeles hohe Belastungen verursacht. Der Anteil der Großschäden am Versicherungsumsatz sank dadurch von 21,3 Prozent auf lediglich 3,5 Prozent.
Auch die Schäden aus Naturkatastrophen gingen deutlich zurück. Diese beliefen sich im ersten Quartal lediglich auf 55 Millionen Euro nach 757 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Auch das Segment Global Specialty Insurance entwickelte sich spürbar besser. Das Segmentergebnis kletterte von 8 Millionen Euro auf 202 Millionen Euro. Gleichzeitig verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote von 95,5 Prozent auf 83,7 Prozent. Belastend wirkten allerdings Schäden aus dem Iran-Krieg. Diese summierten sich konzernweit auf rund 90 Millionen Euro. Bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum 1. April 2026 hat Munich Re bewusst auf margenschwaches Geschäft verzichtet. Das gezeichnete Geschäftsvolumen ging dadurch um 18,5 Prozent zurück. Gleichzeitig gab das Preisniveau leicht um 3,1 Prozent nach. Der Konzern betont jedoch, dass die Qualität des Portfolios hoch geblieben sei.
Munich-Re-Ergebnisse in der Übersicht
- Konzernergebnis steigt auf 1,714 Mrd. Euro
- Operatives Ergebnis wächst auf 2,230 Mrd. Euro
- Versicherungsumsatz sinkt leicht auf 15,0 Mrd. Euro
- Schaden-Kosten-Quote Rückversicherung verbessert sich auf 66,8 %
- Großschäden fallen von 1,008 Mrd. Euro auf 130 Mio. Euro
- Ergo steuert 235 Mio. Euro Gewinn bei
- Kapitalanlageergebnis steigt auf 1,682 Mrd. Euro
Auch die Erstversicherungstochter Ergo konnte solide Zahlen vorlegen. Der Ergebnisbeitrag lag mit 235 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahreswert von 241 Millionen Euro. Der Versicherungsumsatz stieg dagegen auf 5,671 Milliarden Euro. Besonders das internationale Geschäft entwickelte sich positiv. Im Deutschland-Geschäft verbesserte sich das Ergebnis auf 157 Millionen Euro. Hier profitierte das Düsseldorfer Unternehmen insbesondere von niedrigeren Großschäden im Schaden-/Unfallgeschäft. Die Schaden-Kosten-Quote in Schaden/Unfall Deutschland lag bei niedrigen 86,7 Prozent.
Positiv entwickelte sich zudem das Kapitalanlageergebnis. Dieses stieg von 1,323 Milliarden Euro auf 1,682 Milliarden Euro. Die Kapitalanlagerendite erreichte 2,9 Prozent nach 2,2 Prozent im Vorjahresquartal.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Munich Re unverändert an ihrem Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro fest. Der Konzern sieht weiterhin positive Geschäftsmöglichkeiten und erwartet trotz leicht rückläufiger Preise ein attraktives Marktumfeld.
