Allianz baut Cybergeschäft radikal um
Die Allianz baut beim hauseigenen Industrieversicherer Allianz Commercial das Cybergeschäft grundlegend um. Künftig übernimmt der US-Assekuradeur Coalition große Teile des operativen Geschäfts, während die Allianz vor allem Risikoträger bleibt. Die Partnerschaft soll Coalition zum weltweit führenden Anbieter für Cyberversicherungen machen.

Allianz Commercial stellt ihr Cyberversicherungsgeschäft neu auf und geht dafür eine weitreichende Partnerschaft mit dem US-Assekuradeur Coalition ein. Künftig übernimmt Coalition zentrale Aufgaben wie Preisgestaltung, Produktentwicklung, Risikominderung und Schadenmanagement für das eigenständige gewerbliche Cyberportfolio der Allianz. Die Allianz bleibt Risikoträger und stellt langfristige Versicherungskapazitäten sowie den Zugang zu ihren internationalen Vertriebskanälen bereit.
Anzeige
Die Zusammenarbeit ist auf mindestens zehn Jahre angelegt und soll das Wachstum im globalen Cybermarkt deutlich beschleunigen. Die Einführung des neuen Modells erfolgt schrittweise. Dies soll zunächst in den USA, Großbritannien, Australien, Deutschland, Dänemark und Schweden geschehen. Dort bestehen bereits Kooperationen zwischen beiden Unternehmen. Anschließend soll die Partnerschaft auf weitere Regionen ausgedehnt werden.
Mit dem Schritt verabschiedet sich Allianz Commercial weitgehend aus dem operativen Cyber-Neugeschäft. Denn Coalition übernimmt künftig das Underwriting der eigenständigen gewerblichen Cyberpolicen. Die Allianz sieht darin jedoch ausdrücklich keinen Rückzug aus dem Markt.
Im Zentrum der Partnerschaft steht das sogenannte „Active Insurance“-Modell von Coalition. Dieses verbindet Versicherungsschutz mit präventiven Cybersicherheitslösungen. Unternehmen sollen Risiken frühzeitig erkennen, Bedrohungen abwehren und schneller auf Sicherheitsvorfälle reagieren können. Die Allianz sieht darin einen technologisch fortschrittlichen Ansatz für einen Markt, der sich zunehmend von klassischen Industrieversicherungsrisiken unterscheidet.
„Der weltweite Markt für Cyberversicherungen wächst und entwickelt sich rasant und stellt einen Bereich dar, der bei unseren Kunden sehr gefragt ist. Cyber-Bedrohungen unterscheiden sich grundlegend von traditionellen Risiken und erfordern einen dynamischen, technologisch fortschrittlichen Ansatz, um unsere Kunden wirksam zu schützen. Gemeinsam bauen wir ein erstklassiges globales Cyber-Angebot auf, das die Marke, die Marktreichweite und die Finanzkraft der Allianz mit der einzigartigen datengetriebenen Plattform von Coalition für das Underwriting und das Risikomanagement verbindet. Wir treiben damit unsere Wachstumsstrategie in diesem wichtigen Segment weiter voran“, sagt Chris Townsend, Vorstandsmitglied der Allianz SE
Auch Coalition erwartet durch die Kooperation einen erheblichen Wachstumsschub. „Diese wegweisende Vereinbarung unterstreicht unsere gemeinsame Vision mit der Allianz, Unternehmen vor Cyber-Risiken zu schützen. Durch die Integration des Cyber-Portfolios der Allianz in unser „Active Insurance“-Ökosystem und den Ausbau unserer globalen Partnerschaft bieten wir eine erstklassige, einheitliche Lösung für Unternehmen jeder Größe. Wir gehen davon aus, dass diese Transaktion Coalition im Laufe der Zeit zum weltweit größten Anbieter von Cyberversicherungen machen wird“, unterstreicht Joshua Motta, CEO und Mitgründer von Coalition.
Finanziell beteiligt sich die Allianz stärker an Coalition. Der Konzern erhält im Zuge der Vereinbarung eine erhöhte Beteiligung an dem Unternehmen sowie das Recht, ein Mitglied für den Vorstand von Coalition zu benennen. Nach Angaben der Allianz soll dieses Mandat voraussichtlich von Allianz-CEO Oliver Bäte übernommen werden, der bereits heute im Verwaltungsrat von Coalition sitzt.
