Hagel bleibt ein unterschätztes Risiko für Autofahrer in Deutschland. Besonders Großstädte überraschen mit neuen Hotspots. Auffällig ist dabei vor allem die Dynamik innerhalb der Städte. Während sich bei den Bundesländern wenig verändert, kommt es auf kommunaler Ebene zu deutlichen Verschiebungen. Leipzig behauptet sich als einzige Stadt über mehrere Jahre hinweg in der Spitzengruppe und erreicht nun Platz eins. Dahinter folgen Dortmund und München, die im Vorjahr noch keine Rolle in den Top fünf spielten. Das geht aus dem Hagel-Atlas hervor. Dieser basiert auf einer internen Datenanalyse der Hagelschäden vom Kfz-Versicherer Verti.

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Top Ten – Deutsche Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohner nach Anzahl Hagelschäden (im Verhältnis Schadenanzahl zur Einwohnerzahl)

1. Leipzig
2. Dortmund
3. München
4. Duisburg
5. Stuttgart
6. Köln
7. Düsseldorf
8. Hannover
9. Bremen
10. Frankfurt

„Das verdeutlicht, dass die tatsächliche Hagel-Gefährdung sehr stark von lokalen Wetterbedingungen und individuellen Wetterereignissen abhängig ist“, erklärt Alexander Held, Kfz- und Versicherungsexperte. Zwar gebe es strukturell besonders gefährdete Regionen, etwa in Alpennähe oder in Mittelgebirgen, doch eine klare Entwarnung für andere Regionen gibt es nicht: „Sicher vor Hagel ist aber keine Region in Deutschland.“

Ein Blick auf die Bundesländer bestätigt dieses Bild nur teilweise. Nordrhein-Westfalen führt das Ranking der gemeldeten Schäden an, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. Am anderen Ende der Skala finden sich erneut norddeutsche Bundesländer wie Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Dennoch bleibt auch hier die Aussage eindeutig: Regionale Durchschnittswerte sagen wenig über das tatsächliche Risiko im Einzelfall aus.

Hagel-Hotspots Bundesländer

Stark betroffen:

1. Nordrhein-Westfalen
2. Baden-Württemberg
3. Bayern

Mittelmäßig betroffen:

4. Niedersachsen
5. Sachsen
6.Thüringen

Wenig betroffen:

7. Hessen
8. Rheinland-Pfalz
9. Berlin
10. Brandenburg
11. Saarland
12. Hamburg
13. Sachsen-Anhalt
14. Schleswig-Holstein
15. Mecklenburg-Vorpommern
16. Bremen

Trotz der hohen Aufmerksamkeit für Extremwetter fällt die Schadenentwicklung zuletzt moderater aus. Nach dem Rekordjahr 2023 gingen die gemeldeten Sturm- und Hagelschäden in den Jahren 2024 und 2025 deutlich zurück. Allein 2025 sanken die Schäden um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch Entwarnung geben Experten nicht. Vielmehr handelt es sich um eine Momentaufnahme. Der Rückgang sei eher „Glückssache“ als Ausdruck einer nachhaltigen Entwicklung, während langfristig sowohl Häufigkeit als auch Intensität von Extremwetterereignissen weiter zunehmen.