Die wirtschaftliche Lage setzt Unternehmen in Deutschland aktuell stärker unter Druck als Cyberattacken oder KI-Risiken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Blitzumfrage unter rund 130 Teilnehmern des Willis Risk Summit 2026 in Frankfurt am Main. Demnach sehen 35 Prozent der befragten Risikoverantwortlichen die schwächelnde Konjunktur als größte Herausforderung für ihr Unternehmen.

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Auf Platz zwei folgt der Fachkräftemangel mit 19 Prozent. Jeweils 13 Prozent nannten explodierende Energiepreise, Lieferkettenstörungen sowie Naturkatastrophen als derzeit größte Belastung. Cyber-Risiken kommen lediglich auf fünf Prozent, Risiken aus KI-Anwendungen auf drei Prozent.

„Um in diesem Umfeld handlungsfähig zu bleiben, ist es wichtig, die eigene Risikotragfähigkeit zu kennen“, sagt Lukas Nazaruk, Head of Corporate Risk & Broking Deutschland und Österreich bei Willis, einem Geschäftsbereich von WTW. Besonders für international tätige Unternehmen sei dies entscheidend, da sie je nach Land auf sehr unterschiedliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen träfen.

Ein zentrales Thema des Risk Summits war die Frage, wie Unternehmen trotz multipler Krisen wettbewerbsfähig bleiben können. Dabei rückt laut Willis zunehmend auch der Standort in den Fokus.

„Unternehmen müssen ihre Märkte beobachten, Abhängigkeiten prüfen und neue Absatzmärkte erschließen. Aber auch die Politik muss jetzt die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen in Europa langfristig wirtschaftlich bestehen können“, sagt Stefan Sowietzki, Head of Sales & Client Management Deutschland und Österreich bei Willis.

Auch wenn Naturkatastrophen aktuell nur von 13 Prozent als größte Herausforderung genannt wurden, sieht Willis darin kein Entwarnungssignal. Vielmehr werde das Thema langfristig wieder stärker in den Vordergrund rücken. „Auch wenn Extremwetterereignisse und deren Auswirkungen in der Wahrnehmung derzeit zurückgefallen sind, werden diese langfristig wieder auf den Risikoradar gelangen“, betont Nazaruk. Das Klimarisiko steige exponentiell und erfordere umfassende Analysen, um auch künftig versicherbar zu bleiben.