Altersvorsorge: Jeder Dritte spart gar nicht
Die Inflation belastet die Altersvorsorge vieler Menschen in Deutschland spürbar. Inzwischen geben vier von zehn Deutschen an, wegen gestiegener Preise weniger für den Ruhestand zurücklegen zu können. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach mehr Vorsorge.

Die hohen Preissteigerungen der vergangenen Jahre bremsen die private Altersvorsorge in Deutschland weiter aus. 41 Prozent der Menschen geben an, aufgrund der Inflation weniger für den Ruhestand vorzusorgen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2023 und ein weiterer Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle AXA Vorsorge Report, für den das Meinungsforschungsinstitut YouGov mehr als 2.000 Personen befragt hat.
Anzeige
Noch 2023 hatten lediglich 32 Prozent angegeben, dass die Inflation ihre Altersvorsorge negativ beeinflusst. 2024 lag der Wert bei 38 Prozent, 2025 bei 40 Prozent. Nun steigt er erneut.
„Die private Altersvorsorge in Deutschland leidet unter den Preissteigerungen der letzten Jahre. Die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge war daher dringend nötig“, sagt Karsten Dietrich, Vorstand Personenversicherung AXA Deutschland.
Trotz der schwierigen Lage investieren inzwischen 52 Prozent der Bevölkerung regelmäßig in ihre private Altersvorsorge. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein leichter Anstieg (50 Prozent). Allerdings zeigt sich bei den Sparsummen ein zurückhaltendes Bild. 13 Prozent investieren aktuell weniger als 100 Euro pro Monat. Weitere 15 Prozent sparen zwischen 100 und 200 Euro monatlich. Nur etwa jeder Zehnte (9 Prozent) legt mehr als 400 Euro pro Monat zurück. Und: 35 Prozent der Befragten geben an, überhaupt nicht privat für das Alter vorzusorgen.
Die Bereitschaft zur Vorsorge ist grundsätzlich vorhanden. Die Hälfte der Bevölkerung (50 Prozent) sagt, sie würde gern mehr für den Ruhestand sparen, könne es sich finanziell aber nicht leisten. Weitere 16 Prozent räumen ein, dass sie zu wenig vorsorgen, obwohl es finanziell möglich wäre. Wenn mehr Geld für die Altersvorsorge frei würde, würden viele Menschen zunächst an anderer Stelle sparen. Genannt werden vor allem Restaurantbesuche, Ausgehen und Lieferdienste (31 Prozent), Konsumausgaben wie Kleidung oder Technik (30 Prozent) sowie Reisen und Urlaube (21 Prozent).
Über ein Drittel der Deutschen (35 Prozent) sehen die Hauptverantwortung für eine ausreichende Altersvorsorge beim Staat. Unter den 18- bis 24-Jährigen liegt dieser Wert sogar bei 40 Prozent.
„Dabei ist es die junge Generation, die unter dem aktuellen gesetzlichen Rentensystem besonders leiden muss. Sie muss heute die Ausgaben für unsere alternde Gesellschaft stemmen, obwohl sie zukünftig nur noch eine deutlich geringere Rente vom Staat zu erwarten hat. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der jungen Menschen immer weiter. Sie werden länger von einer geringeren gesetzlichen Rente leben müssen, die schon heute nicht mehr ausreicht, um den Lebensstandard zu halten. Daran wird keine Rentenreform etwas ändern. Umso wichtiger ist es, in die eigene private Altersvorsorge zu investieren. Nur die sichert ein Leben lang zusätzlich ab“, so Dietrich weiter.
Zugleich sagen 51 Prozent der Befragten, dass sie sich nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen. 31 Prozent sprechen sich für ein Drei-Säulen-Modell aus gemeinsamer Verantwortung von Staat, Unternehmen und Bürgern selbst aus.
Trotz aller finanziellen Sorgen steigt die Zuversicht beim Thema Ruhestand. 54 Prozent der Befragten geben an, eher mit Freude auf ihre Rentenphase zu blicken. Im Vorjahr waren es noch 49 Prozent. Besonders positiv fällt der Blick bei Menschen aus, die regelmäßig privat vorsorgen. Von ihnen freuen sich 57 Prozent auf den Ruhestand.
