Wer klimafreundlich bauen will und hierfür auf Förderung des Staates gehofft hat, dürfte aktuell bitter enttäuscht werden. Vorausgesetzt, er gehört nicht zu den Glücklichen, denen es gelang, am 20. April rechtzeitig einen Antrag zu stellen. Eine Milliarde Euro hatte der Bund bereitgestellt, um den klimagerechten Umbau von Wohnungen und Häusern zu fördern. Doch nachdem ab 20. April wieder das KfW-Förderprogramm aufgenommen wurde, war das zur Verfügung stehende Geld binnen drei Stunden verteilt.

Anzeige

“Bitte stellen Sie keine Anträge mehr!“

Anträge stellen macht nun keinen Sinn mehr: sofern der Antrag nicht bereits zugesagt wurde. Auf der Webseite der KfW heißt es hierzu: „Wegen der enorm hohen Nachfrage sind die Förder­mittel für die Effizienz­haus-Stufen 40 mit Erneuerbare-Energien-Klasse und 40 Plus sowie für die Effizienz­gebäude-Stufe 40 mit Erneuerbare-Energien-Klasse bereits komplett ausge­schöpft. Bitte stellen Sie für diese Stufen keine Anträge mehr.“

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen spricht von einem „Debakel mit Ansage“. Er verweist darauf, dass viele Familien das Fördergeld bereits eingeplant hatten - welches nun fehlt. Ohnehin hatte die Bundesregierung die Förderung halbiert: auf einen Tilgungszuschuss von maximal 18.750 Euro. Theoretisch sollte das Geld bis Ende des Jahres reichen.

„Das ist ein Debakel mit Ansage. Diejenigen, die effizient bauen wollen, werden verprellt, erneut wird die Branche in Unklarheit gelassen. Und das in diesen Zeiten, wo der Wohnraumbedarf größer denn je ist“, erklärte BFW-Präsident Andreas Ibel in Berlin.

Dabei hat die Bundesregierung bereits nachbessern müssen, nachdem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bereits Anfang Januar angekündigt hatte, diese Förderanträge nicht mehr zu bewilligen. Wütende Proteste von Immobilienwirtschaft und Bauindustrie waren die Folge: ausgerechnet ein grüner Minister kündigte den Zuschuss für klimafreundliches Bauen auf. Nun soll es eine Neuordnung der Förderung geben - im Sommer will die Bundesregierung die Regeln hierfür präsentieren.

Anzeige

Komplett ausgelaufen ist die Förderung des umweltfreundlichen Bauens aber nicht. Weiterhin können bei der KfW Anträge für die Neubauförderung auf die Effizienzhaus-Stufe 40 mit Nachhaltigkeits-Klasse gestellt werden. Hierfür sind aber weit strengere Regeln vorgesehen: Voraussetzung ist ein Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude“.