Unfall-Versicherungen für Senioren sind mehr als nur ‚normale‘ Unfallversicherungen mit anderem Eintritts- und Endalter. Gleichwohl ist das Alter bei solchen Tarifen wichtig. In der Regel werden Senioren-Tarife Personen ab 50 Jahren angeboten. Das Aufnahmehöchstalter ist meist auf 75 Jahre begrenzt; es finden sich aber auch Anbieter ohne Höchstaltersgrenze. Entscheidend ist, dass die Verträge auch bei fortschreitendem Alter ohne Leistungseinschränkungen und Beitragserhöhungen unverändert fortgeführt werden.

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Als weiteren besonders wichtigen Unterschied stellt der Verbraucherzentrale Bundesverband heraus, dass nicht nur die Folgen von Unfällen berücksichtigt werden. Nach Ansicht der Verbraucherschützer, sollten Unfall-Tarife für Senioren auch folgende Punkte absichern:

  1. Oberschenkelhalsbruch und Armbrüche: Derartige Verletzungen werden oft durch Überlastung oder Osteoporose verursacht, die im Alter zunimmt. Ein guter Unfall-Tarif für Senioren leistet auch dann, wenn kein Unfall solche Brüche verursachte.
  2. Alterstypische Erkrankungen: Wird der Unfall durch beispielsweise Ohnmacht infolge eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls verursacht, sollte der Tarif ebenfalls Leistungen erbringen.
  3. Unfälle, die auf die Wirkung von Medikamenten zurückzuführen sind.

Unfall-Tarife für Senioren setzen sich aus Hilfs- und Pflegeleistungen, Rentenzahlung und einmaliger Kapitalauszahlung zusammen. Besonders die Hilfs- und Pflegeleistungen können gute Argumente für Senioren-Tarife darstellen. Zu solchen Hilfsleistungen zählen u.a.:

  • 24/7 Hausnotrufdienst
  • Menü-Service
  • Begleitung bei Arzt-, Therapie- und Behördengängen
  • Unterstützung bei Besorgungen und Einkäufen
  • Wohnungsreinigung
  • Waschen und Pflegen der Wäsche und Kleidung
  • Unterstützung bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, bei der Zubereitung von Mahlzeiten und bei der Nahrungsaufnahme und der Nahrungsausscheidung
  • Tag- und Nachtwache nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten Operation bei medizinischer Notwendigkeit, die Versorgung und / oder die Unterbringung von Haustieren und eine Beratung bei Umbau der Wohnung oder des Autos
  • Beratung zur gesetzlichen Pflegeversicherung

Doch aufgepasst! Der Versicherer sollte Hilfsleistungen nicht nur organisieren, sondern auch bezahlen - und zwar unabhängig davon, ob der Unfall zu einer Invalidität führt oder nicht. Die Leistungsdauer ist meistens auf sechs Monate ab Unfalltag begrenzt. Zu prüfen ist auch, ob die Erbringung solcher Hilfsleistungen auf einen bestimmten Anbieter eingeschränkt ist oder ob der Versicherte den Leistungserbringer wählen kann.

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