Renditen in der Lebensversicherung? Die erwirtschaften sich durch den Niedrigzins derzeit nur schwer (Versicherungsbote berichtete). Denn ein großer Teil der branchenweiten Gelder – insgesamt 83,2 Prozent – liegt in festverzinslichen Anlagen (Versicherungsbote berichtete). Zudem werden Prämieneinnahmen und Anlageergebnis belastet durch die Zinszusatzreserve für das Bedienen von Altverträgen mit teuren Garantien. Kann man in solchen Zeiten Aussagen zur Gewinnerwartung von Anbietern treffen?

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Die Experten von Ascore versuchen es im Auftrag der Wirtschaftswoche – und gehen hierbei von einer simplen Idee aus. Haben doch jene Versicherer die besten Aussichten auf Rendite, die über das meiste freie Risikokapital verfügen – und demnach Kapital freier anlegen können.

Riskantere Anlagen bringen mehr Zinsen

Für ihren Anbieter-Vergleich haben die Experten zunächst ausgerechnet: Riskantere Anlagen wie Aktien bringen es langfristig auf 5,3 Prozent Zinsen. Weniger riskante Anlagen – zum Beispiel fest verzinsliche Wertpapiere – bringen es hingegen nur auf 1,8 Prozent. In einem zweiten Schritt wurde untersucht, über wie viel freies Kapital ein Anbieter verfügt.

Freilich nutzt der hypothetische Gewinn Kunden nur dann etwas, wenn zugleich Abschluss- und Verwaltungskosten niedrig sind. Auch muss ein großer Teil der Rendite tatsächlich an die Kunden ausgeschüttet werden. Deswegen fließen auch Abschluss- und Verwaltungskostenquote sowie Ausschüttungsquote in die Rechnung zur Gewinnprognose ein. Zugrunde liegt das RORAC-Verfahren des Finanzwissenschaftlers Jörg Finsinger.

Für Kennzahlen werden Punkte vergeben. Die Punkte werden in eine Stern-Note übersetzt. Für eine durchschnittliche Leistung – eine Leistung nahe am Kennzahlen-Durchschnitt der 25 wachstumsstärksten Versicherer – gibt es drei Sterne. Wer besonders positiv von diesem Durchschnitt abweicht, kann vier oder fünf Sterne bekommen. Fünf Sterne zeichnen eine „stark überdurchschnittliche“ Gewinnerwartung aus.

Schlechteste Note für zehn Versicherer

Auf der anderen Seite der Bewertungsskala aber steht eine "unterdurchschnittliche" oder sogar „stark unterdurchschnittliche“ Gewinnerwartung. Wer unterhalb des Durchschnitts liegt, bekommt negative Leistungspunkte zugeteilt. Ab einer bestimmten negativen Wertung ist nicht mehr als ein Punkt für die "stark unterdurchschnittliche Gewinnerwartung" drin – zehn Anbieter sind davon betroffen. Ihre Renditechancen sind besonders niedrig, weil große Teile des Kapitals gebunden sind. Auch können Kosten hoch sein. Oder aber es wird nur ein geringer Prozentsatz der Rendite ausgeschüttet.

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Alle Versicherer des Rankings mit der schlechten Bewertung von einem Stern werden in der obigen Bildstrecke vorgestellt. Die Ergebnisse des Ratings sind auf der Webseite der Wirtschaftswoche verfügbar.