Der Staat gibt immer mehr Gelder für Sozialhilfe aus. Mussten im Jahr 2005 noch rund 7,46 Milliarden Euro netto hierfür aufgewendet werden, so stiegen die Ausgaben im Jahr 2020 auf 14,4 Milliarden Euro. Damit stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. In den Ergebnissen seien die Ausgaben für Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen nicht mehr enthalten. Denn diese wurden zum 1. Januar 2020 in das SGB IX überführt. Ebenfalls nicht berücksichtigt, ist zum Beispiel die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch SGB II („Hartz IV“).

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Der größte Posten war im Jahr 2020 die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Etwa 7,6 Milliarden Euro wurden hierfür aufgewendet. Das sind 10,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Denn Ende Dezember 2020 erhielten genau 1.098.625 Bundesbürger eine Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Das waren knapp 14.000 Leistungsempfänger mehr als im Jahr zuvor (+1,3 Prozent).

Mit Blick auf Altersarmut ist zu beachten, dass nur etwas mehr als jeder Zweite (51,3 Prozent) Grundsicherung im Alter erhält. Das betraf genau 564.110 Personen. Weitere 534.520 Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung erhielten im Dezember 2020 die Leistung aufgrund voller Erwerbsminderung, weil sie zu einer vorzeitigen Aufgabe ihres Berufes gezwungen waren. Auch hier ist ein deutliches Anwachsen von 11.446 Personen gegenüber dem Vorjahr zu beklagen (+2,2 Prozent).

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Es folgt die Hilfe zur Pflege mit Ausgaben von knapp 4,3 Milliarden Euro (+14 Prozent) sowie die Hilfe zum Lebensunterhalt mit 1,2 Milliarden Euro (-21,6 Prozent). In die Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten sowie die Hilfe in anderen Lebenslagen flossen zusammen 1,3 Milliarden Euro (-0,8 Prozent).