Immer mehr Anbieter verabschieden sich vom Neugeschäft mit Riester-Renten-Produkten. Häufiges Argument: Die gesetzlich vorgeschriebene 100-Prozent-Beitragsgarantie zwinge Anbieter, vor allem in sicherheitsorientierte Kapitalanlagen zu investieren. Chancen, die der Aktienmarkt biete, würden so ungenutzt bleiben, monierte etwa DWS.

Anzeige

Einen anderen Weg geht allerdings Union Investment. Zum 01. Juli 2021 nehmen die Frankfurter mehrere Anpassungen bei ihren Riester-Fondssparplänen „UniProfiRente“ und „UniProfiRente Select“ vor:

  • für jüngere Anleger steigt die Quote des Aktienfonds
  • die Mindestlaufzeit der Verträge wird verlängert
  • der maximale Einzahlungsbetrag wird begrenzt

Die gesetzlich vorgeschriebene Garantie der eingezahlten Beiträge und der staatlichen Zuschüsse zu Beginn der Auszahlphase, zwingt Union Investment, bei schwankenden Aktienkursen umzuschichten. Dort will Union Investment ansetzen: „Damit unsere Kunden mit lang laufenden Verträgen auch nach einer Umschichtung mehr Rendite erzielen können, erhöhen wir den Anteil des Aktienfonds für jüngere Kunden deutlich“, erläutert Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment. Künftig verbleiben bei einer Umschichtung 40 Prozent der angesparten Summe im Aktienfonds statt wie bisher 10 Prozent. Die Aufteilung von 40 Prozent Aktien- und 60 Prozent Rentenfonds gilt ab dem Zeitpunkt der Umschichtung dann auch für die weiteren monatlichen Einzahlungen des Kunden.

Voraussetzung für die höhere Aktienfondsquote ist, dass die Vertragslaufzeit bis zum frühesten Beginn der Auszahlphase noch mehr als 25 Jahre beträgt. Bei kürzeren Laufzeiten bleibt die Quote wie bisher bei 10 Prozent. Die Weiterentwicklung gilt sowohl für Bestands- als auch Neukunden. „Mit der Umstellung können unsere Kunden auch im Niedrigzinsumfeld möglichst lange von den Vorteilen einer hohen Aktienfondsquote profitieren und haben somit die Chance auf eine höhere Rente“, so Erling. Unverändert gilt, dass das Vermögen im Rentenfonds schrittweise wieder in den Aktienfonds zurückfließen kann, wenn es die Marktlage ermöglicht. Auch eine vollständige Rückumschichtung in den Aktienfonds ist möglich.

Anzeige

Neuverträge mit 20 Jahren Mindestlaufzeit und Einzahl-Grenze

Für Neukunden bietet Union Investment die beiden Riester-Fondssparpläne nur noch mit einer Mindestlaufzeit von 20 Jahren bis zum Beginn der Auszahlphase an. Diese betrug bisher zehn Jahre bei der „UniProfiRente“. In der „Selcet“-Variante war bislang keine Mindestlaufzeit vorgesehen. Zudem vereinheitlicht Union Investment die maximale Summe der Einzahlungen: Bei einer Laufzeit von über 20 Jahren beträgt diese künftig 40.000 Euro pro Jahr. Fällt die Laufzeit dann darunter, gilt eine jährliche Obergrenze von derzeit 2.100 Euro. Diese Neuerung betrifft ebenfalls nur Neukunden. Bestandskunden können bei der UniProfiRente weiterhin bis zu 40.000 Euro pro Jahr und bei der UniProfiRente Select unbegrenzt einzahlen.