Folgen der eigenen Pflegebedürftigkeit gehören zu den größten Risiken unserer Zeit. Wenn zum Beispiel das Liquiditätsrisiko nicht geregelt ist, droht eine geringere Lebensqualität für Betroffene. Die Vernachlässigung geschieht Jahre vor der möglichen Pflegesituation. Berater beobachten Folgendes: die Kundengruppe der Älteren, die keine Pflegeabsicherung getroffen hat bzw. die keine Transparenz für die eigene Kosten-Situation hat,

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  • spart für die Kosten der eigenen PflegebedürftigkeitMargit Winkler leitet als Geschäftsführerin das Institut Generationenberatung.Institut Generationenberatung
  • scheut sich vor Geldanlagen und läßt das Vermögen auf flexiblen Konten
  • verschenkt Haus und Vermögen, damit es nicht verpflegt wird.

Aber diese Älteren legen das Vermögen nicht in attraktive Finanzprodukte an. Der GenerationenBerater kann das Thema leicht ansprechen. Denn bei der Organisation der Vorsorgevollmachten geht es bereits um Pflegebedürftigkeit. Die bevollmächtigte Person kümmert sich später um den Vollmachtgeber und wird im Erbe bedacht. Die folgenden Beratungstipps sollen Kundennutzen verdeutlichen und Impulse für die Vorgehensweise im Kundengespräch geben.

Wer sich um sein Liquiditätsrisiko kümmert, hat sofort mehr Lebensqualität

Egal, ob der Kunde dieses Problem durch eine Pflegeversicherung oder einen möglichen Auszahlungsplan aus einem Vermögensteil löst – er kann ab sofort über sein freies Vermögen unbeschwert verfügen. Das führt zu mehr Lebensqualität und zu der Möglichkeit, wieder in längerfristige Anlagen zu schichten und mit Begünstigungen die Vermögensnachfolge zu regeln. Nebenbei wird der Kunde seiner bevollmächtigten Person, die sich im Pflegefall kümmert, häufig ein spezielles „Dankeschön“ in Form eines Vermögensanteils zukommen lassen. Das wird im Idealfall gleich beim Abschluss der Pflegeversicherung mit Begünstigung von Depot oder einer Versicherung geregelt.

Gesetze begünstigen die bevollmächtigte (pflegende) Person und schaffen Ansätze für Finanzprodukte

Ambulante Pflege steht im Vordergrund und der Gesetzgeber unterstützt pflegende Kinder oder andere Pflegepersonen. Wenn diese sich um den Vollmachtgeber kümmern – wobei ausdrücklich der Begriff der Pflege weit gefasst ist –sieht das Gesetz Folgendes vor:

  • Wer unentgeltlich pflegt, der kann gegenüber den Erben einen angemessenen Betrag aus dem Nachlass erhalten.
  • Wer nachweislich pflegt, der erhält zusätzlich einen Freibetrag von 20.000 Euro für die Erbschaftsteuer. Das muss per Pflegetagebuch gegenüber dem Finanzamt nachgewiesen werden.

Diese Regelungen gelten nicht für Ehepartner, sondern für Kinder und sonstige Personen. Berater unterstützen, indem sie bereits bei dem Abschluss einer Pflegeversicherung auch eine Begünstigung (Vermächtnis) für eine Versicherung oder ein Depot/ Konto abschließen.

Vorgehensweise für Transparenz des Pflegerisikos

Der Kunde kennt in der Regel sein persönliches Risiko nicht konkret. Bei Ehepaaren trifft das größere Risiko den Überlebenden. Denn hier kann der Partner nicht mehr unterstützen und fremde Hilfe muss schneller organisiert werden. Das kostet. Für Partner ist es seit jeher enorm wichtig, sich gegenseitig abzusichern. Vor mehr als hundert Jahren wurde dafür die Reglungen im BGB für das Berliner Testament geschaffen: Wechselseitige Begünstigung der Partner. Erst der Partner, dann die Kinder. Doch das nützt bei Pflege wenig.

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Wer ein Berliner Testament errichtet, will für den Partner vorsorgen

An dieser Absicht hat sich auch nach so vielen Jahren nichts geändert. Doch eine wirkliche Absicherung ist mit der Pflegeversicherung möglich und nicht per se mit dem altgedienten Berliner Testament. Denn es wird Liquidität gebraucht. Die Versorgung des länger lebenden Partners steht im Fokus. Das interessiert vor allem die Frauen, die sich mit der Bewältigung des offensichtlichen Finanzproblems im Pflegefall auseinandersetzen und wichtiger Entscheider zu diesem Thema sind.

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