Wer einen Kredit, eine Hypothek oder ein Bankdarlehen über eine höhere Summe abschließt, der bekommt häufig auch eine sogenannte Restschuldversicherung vermittelt. Die Grundidee ist eigentlich gut: Sie soll Schutz bieten, wenn der Betroffene die Raten nicht mehr bezahlen kann, weil er arbeitslos oder arbeitsunfähig geworden ist, springt die Versicherung ein. Und auch ein Todesfallschutz ist in der Regel enthalten: So müssen Hinterbliebene nicht einspringen, wenn das Haus, das Auto oder eine andere größere Anschaffung noch nicht abgestottert ist.

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So weit die Theorie, doch in der Praxis hat es immer wieder massive Kritik an den Policen gegeben. Zu teuer, zu viele Ausschlussklauseln - und letztendlich können sie sogar selbst zur Schuldenfalle werden, so der Tenor. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) hat zudem wiederholt die teils horrenden Provisionen kritisiert: Mehr als jeder zweite Euro Beitrag fließt bei vielen Verträgen an den Vermittler bzw. die Vermittlerin. Ein Grund, weshalb auch die Bundesregierung die Abschlussvergütung bei diesen Policen gesetzlich deckeln will.

"Finanztest" checkt Angebote von 25 Banken

Die Kritik an den Verträgen dürfte auch nach einem Marktvergleich der „Stiftung Warentest“ nicht verstummen. Für ihre Dezemberausgabe hat die Zeitschrift „Finanztest“ Verträge von 25 Bankhäusern untersucht. Viele Tarife schnitten mit „mangelhaft“ ab.

Für den Vergleich wurden Kredit­angebote über 10.000 Euro mit einer Lauf­zeit von 60 Monaten einge­holt oder verdeckt erhoben, wie test.de berichtet (hier die detaillierten Ergebnisse). Ärgerlich ist, dass aus dem Heftartikel nicht genau hervorgeht, welche Kriterien genau erhoben und wie sie gewichtet wurden, um die Angebote zu beurteilen.

Das beste Ergebnis zeigten die Banken bei der Versicherung des Todesrisikos. Hier erreichten 18 Tarife ein „sehr gut“, sechs die Note „gut“ und nur ein Anbieter schnitt mit „befriedigend“ ab. Im letzten Fall wurden strenge Ausschlüsse etwa bei Risikoschwangerschaften oder unbehandelten Erkrankungen des Bewegungsapparates beklagt. Bei letztgenanntem Angebot handelt es sich laut test.de um ein Angebot der Allgemeinen Beamten Bank (ABK).

Arbeitsunfähigkeit: Viele Angebote mangelhaft

Anders sieht es hingegen bei der Absicherung der Arbeitsunfähigkeit aus. 15 von 25 untersuchten Banken schnitten hier mangelhaft ab. Das giftige Zauberwort, weshalb diese Angebote durchfallen, heißt in diesem Kontext „abstrakte Verweisung“. Denn nicht der tatsächliche Beruf des Versicherten ist abgesichert: Bevor es Geld gibt, kann er auf jede andere Tätigkeit verwiesen werden.

Zur Erklärung: In der Regel gehe der Versicherte davon aus, dass Arbeitsunfähigkeit im Sinne einer herkömmlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung versichert sei, berichtet "Finanztest": Er also seine zuletzt ausgeübte Tätig­keit nicht mehr oder nur unter Gefahr ausführen kann. Das entspricht einer längeren Krankschreibung im Sinne des "gelben Scheines".

Bei den Restschuld-Verträgen sind Regeln hingegen weit strenger. Hier können die Versicherten auf jede andere Arbeit verwiesen werden, bevor der Versicherer zahlt: selbst, wenn diese mit Verlust an Einkommen und Status verbunden ist. Demnach trete der Leistungs­fall erst ein, wenn die versicherte Person „… ihre bisherige oder eine andere Tätig­keit …“ nicht mehr ausüben kann beziehungs­weise „… außer­stande ist, allgemein eine berufliche Tätig­keit auszuüben …“, wie Finanztest aus den Verträgen zitiert.

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Doch nach Interpretation von "Finanztest" gibt es positive Ausnahmen. Die Angebote der Santander Bank und der SWK Bank schnitten mit "sehr gut" ab, sie waren die einzigen beiden Tarife. Immerhin ein "gut" erhielten die Tarife der DKB, Postbank und SKB Bank.