Die Zahl der Menschen, die auf Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung angewiesen sind, nimmt weiter stark zu. Zum Stichtag 31.12.2019 hatten genau 4.251.638 Personen einen Pflegegrad zugesprochen bekommen und entsprechenden Anspruch auf Pflegeleistungen. Gegenüber dem Vorjahr (3,92 Millionen) bedeutet das ein Plus von knapp 8,5 Prozent. Das zeigen aktuelle Daten des Bundesgesundheitsministeriums, auf die das Versicherungsjournal (Montag) aufmerksam macht.

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Höherer Anteil Pflegebedürftiger in der GKV

Das Gros der Pflegebedürftigen ist dabei -wenig überraschend- bei den gesetzlichen Krankenkassen zu finden. Knapp vier Millionen Leistungsempfänger gehörten der sozialen Pflegeversicherung an, die insgesamt rund 73,05 Millionen Versicherte zählt. Auf die privaten Krankenvollversicherer mit ihren rund 9,22 Millionen Versicherten entfielen 251.883 Pflegebedürftige (private Pflegepflichtversicherung).

Damit war der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtzahl der Versicherten bei den Krankenkassen deutlich höher. Rund 5,48 Prozent der gesetzlich Versicherten waren auf Pflege angewiesen, hingegen nur 2,73 Prozent der Privatversicherten.

Gesamtzahl der Leistungsbezieher in der gesetzlichen PflegepflichtversicherungBundesministerium für Gesundheit

Das Gros der Pflegebedürftigen wird nach wie vor in den eigenen vier Wänden von Angehörigen betreut. Demnach erhielten 3.141.471 Betroffene ambulante Pflegeleistungen. Rund 858.284 stationäre Pflegeleistungen wurden zum Stichtag zuerkannt: Menschen, die ganz oder zeitweise in einem Alten- oder Pflegeheim untergebracht sind.

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Die Daten verdeutlichen, dass das Risiko der Pflegebedürftigkeit mit dem Alter deutlich ansteigt - aber keineswegs nur Seniorinnen und Senioren betroffen sind. Rund 931.000 Leistungsempfänger waren jünger als 65 Jahre: knapp 384.000 hatten sogar ihren 40. Geburtstag noch nicht begangen. Fast jeder Vierte mit einem Pflegegrad bzw. einer Pflegestufe hat folglich das Rentenalter noch nicht erreicht.