Jedes Jahr ermittelt ein vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beauftragter Treuhänder, ob die Beiträge zur Rechtsschutzversicherung angepasst werden sollten. Dafür wird geprüft, wie sich Schadenhäufigkeit und Durchschnitt der Schadenzahlungen im Vergleich zum Vorjahr geändert haben und welche Veränderungssätze angewandt werden können.

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Die zuständige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH hat mit Schreiben vom 27.05.2020 ihre Ermittlungsergebnisse dem GDV mitgeteilt. Demnach können die Beiträge um bis zu fünf Prozent steigen (siehe Grafik „Veränderungssätze“).


Warum Rechtsschutz teurer wird

Welche Gründe für die Entscheidung des Treuhänders vorliegen, wollte der GDV allerdings nicht preisgeben. Gegenüber Versicherungsbote verwies der Verband darauf, dass er sich nicht zu Fragen der Beitragsentwicklung äußere. Ein möglicher Grund für die Beitragsanpassungen ist sicherlich der Diesel-Skandal. Bis Ende Mai 2020 beliefen sich die Kosten, die den Versicherern dadurch entstanden sind, auf rund 667 Millionen Euro. Auch Corona entpuppt sich bei Rechtsschutzversicherern als Kostentreiber. „Allein von Mitte März bis Anfang April – also in den ersten Wochen des Lockdown - verzeichneten die deutschen Rechtsschutzversicherer die Rekordzahl von über 35.000 telefonischen Beratungen pro Woche“, so Thomas Lämmrich, Leiter Rechtsschutzversicherung beim GDV. Vor allem bei Arbeits- und Vertragsrechtsschutz erwartete der Verband im Sommer diesen Jahres eine deutliche Zunahme an Rechtsschutzfällen und den damit verbundenen Kosten.