Es sind Zahlen, die für gewisse Unruhe sorgen. Laut Robert Koch-Institut erleiden 2,8 Millionen Bundesbürger im Jahr einen Unfall im Haushalt. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle steigt. Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2019 rund 2,7 Millionen Unfälle aufgenommen, 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei 2,4 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (+2,5 Prozent). Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging zugleich um 2,8 Prozent auf rund 300.200 Unfälle zurück – aber es starben immer noch mehr als 3000 Personen. Zugleich gab es im Jahr 2019 in Deutschland insgesamt 939.536 Sterbefälle. Eine weitere Zahl: Jährlich erkranken laut dem Robert Koch-Institut insgesamt etwa 492.000 Menschen neu an Krebs. Etwa die Hälfte der bösartigen Tumoren betrafen Brustdrüse (68.900), Prostata (58.800), Dickdarm (58.300) und Lunge (57.500). Die Krebserkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland nehmen mit ca. 230.000 Todesfällen pro Jahr nach den Herz-Kreislaufkrankheiten den zweiten Platz in der Rangfolge der Todesursachen ein.

Anzeige

Daher sollte niemand das Risiko unterschätzen, von einer schweren Krankheit, einem Unfall oder sogar dem plötzlichen Ableben betroffen zu sein. Das ist für jeden Menschen hochdramatisch, aber bei Unternehmern kann dieser Worst Case auch noch dazu führen, dass das Unternehmen plötzlich im Feuer steht und von Jetzt auf Gleich ohne operative, strategische und rechtliche Führung auskommen muss. Denn nicht selten sind Versicherungsvermittler und Finanzberater in unternehmerischer Einzelverantwortung: Kundenbeziehungen und Vertragsunterzeichnungen, Kontoführung und Rechnungsstellung, Personaleinstellungen und Vertrieb hängen genauso an ihnen wie sämtliche handels-, gesellschafts,- steuer- und aufsichtsrechtlichen Verpflichtungen.

Erhebliche Fortführungsbedenken bei Ausfall des Alleinverantwortlichen

Das ist eine große Herausforderung, denn es bestehen bei jeder Art von Unternehmen – ob Personen- oder Kapitalgesellschaft – eben rechtliche Vorschriften, die dringend erfüllt werden müssen, sollen sie weiter existieren. Daher führt der Ausfall des Alleinverantwortlichen zu erheblichen Fortführungsbedenken. Die Kernfrage lautet also: Wer kann bei einem Ausfall des Geschäftsführer-Gesellschafters beziehungsweise alleinberechtigten Vorstands die notwendigen Gesellschaftsaufgaben wahrnehmen? Dazu gehören unternehmerisch existenzielle Tätigkeiten wie die ordnungsgemäße Buchführung und Bilanzierung, die rechtzeitige Aufstellung des Jahresabschlusses und die Erfüllung aller Pflichten gegenüber dem jeweiligen Sozialversicherungsträger. Obacht: Auch wenn diese und andere Aufgabe von Dienstleistern wie dem Steuerbüro erfüllt werden, bedarf es eingehender Kontrolle und oftmals der persönlichen Unterzeichnung.

Anzeige

Die Folge: Ist die Geschäftsführung nicht sichergestellt, kann das Gericht eine Notgeschäftsführung anordnen. Das wird vor allem dann passieren, wenn der alleinige Geschäftsführer auch alleiniger Gesellschafter des Unternehmens ist und die Gesellschafterversammlung dementsprechend keinen neuen Geschäftsführer bestimmen kann.