Die angestrebte Fusion aus Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland ist auf der Zielgeraden. Das berichtet die Provinzial Nordwest in einem heutigen Pressetext. „Beide Provinzial-Konzerne gehen kraftvoll und substanzstark in die Fusion. Als fusionierter Konzern werden wir in der Top Ten der deutschen Versicherer spielen“, sagt Vorstandschef Wolfgang Breuer.

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Warten auf die Aufsichtsbehörden

Nachdem sich die Spitzen der Anteilseigner im Februar 2020 über das wirtschaftliche Ergebnis der Fusionsprüfung verständigt hatten, stimmten die Aufsichtsräte der Provinzial Nordwest und die Gewährträger der Provinzial Rheinland Ende März 2020 für die Fusion. Über Inhalte der wirtschaftlichen Einigung sei Stillschweigen vereinbart worden. Dennoch ist der Zusammenschluss der öffentlichen Versicherer damit noch nicht vollzogen. Aktuell steht noch die aufsichtsbehördliche Genehmigung aus.

Die Sitz der neuen Holding soll in Münster sein, so teilten beide Versicherer bereits im März mit. Konkret müssen noch die Prüfer der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und das Kartellamt entscheiden, ob beide Versicherer zusammengehen dürfen. Hintergrund der Fusionspläne ist, dass sich die Eigner der Versicherer, die Sparkassen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, in Zeiten niedriger Zinsen eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit versprechen.

Geschäftsjahr 2019 für Provinzial Nordwest erfolgreich

Das Geschäftsjahr 2019 sei für die Provinzial Nordwest sehr erfolgreich verlaufen, berichtet der Versicherer per Pressetext. „Mit einem Anstieg der Gesamtbeitragseinnahmen um 6,1 Prozent sind wir weiter sehr ertragreich gewachsen und konnten unsere Planung mit einem Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 146,3 Millionen Euro deutlich übertreffen“, bilanziert der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Breuer.

Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender der Provinzial NordwestProvinzialIm selbst abgeschlossenen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft überschritten die Beitragseinnahmen der Provinzial Nordwest erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze. Sie stiegen um 5,2 Prozent auf rund 2,05 (1,95) Milliarden Euro an. Überdurchschnittliche Beitragszuwächse konnten laut Pressetext mit einem Plus von 8,2 Prozent in der Wohngebäudeversicherung erzielt werden. In der Kraftfahrtversicherung betrug das Wachstum 4,6 Prozent.

Zugute kam dem Versicherer, dass regional weniger Unwetter-Ereignisse zu beklagen waren: folglich weniger Schäden zu regulieren. Im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft sanken die Bruttoschadenaufwendungen 2019, gegenüber dem vom Orkan „Friederike“ geprägten Vorjahr, kräftig um 9,6 Prozent auf insgesamt 1,26 (1,40) Mrd. Euro. Mit „Eberhard“ im März 2019 war nur ein größeres Sturmereignis zu verzeichnen. Rückläufig waren auch die Aufwendungen für Großschäden.

„Wir konnten unser versicherungstechnisches Nettoergebnis um 17,1 Prozent auf 148,7 (127,0) Mio. Euro steigern“, berichtet Breuer. Die Schaden-Kosten-Quote im traditionellen Erstversicherungsgeschäft sei um fast zehn Prozent auf 85,8 (Vorjahr: 95,1) Prozent gesunken. Sie liege damit, wie in den Vorjahren, wieder deutlich unter dem vom GDV erwarteten Marktschnitt von 93 Prozent.

Leben-Geschäft: abhängig von Einmalbeitrag

Zufrieden zeigte sich der Versicherer auch mit dem Neugeschäft in der Lebensversicherung. Gegen laufenden Beitrag legte die Provinzial NordWest Lebensversicherung um 3,1 Prozent auf 80,5 (78,1) Millionen Euro zu. Noch deutlicher wuchs das Geschäft gegen Einmalbeitrag mit einem Plus von 21,9 Prozent auf 645,1 Millionen Euro (Vorjahr: 529,1 Millionen).

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Auch im ersten Quartal 2020 habe man auf eine dynamische Beitragsentwicklung blicken können, berichten die Münsteraner. So wuchsen die Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung um 6,6 Prozent und in der Lebensversicherung um 4,5 Prozent. Das Einmalbeitragsgeschäft konnte um 11,1 Prozent auf 152,5 (137,2) Millionen Euro und der laufende Neubeitrag um 5,1 Prozent auf 20,6 (19,6) Millionen Euro gesteigert werden. Auf die Corona-Krise habe man sich gut einstellen können, da man auch auf digitale Kontaktmöglichkeiten wie etwa Videoberatung setze, erklärt Breuer.

mit PM Provinzial Nordwest