Die Fusion der beiden Sparkassen-Versicherer Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland steht kurz vor dem Abschluss. Nach sorgfältigen Prüfungen im Rahmen einer Due Diligence hätten sich die Spitzen der Anteilseigner über das wirtschaftliche Ergebnis der Fusionsprüfung weitgehend verständigt. Dabei seien beide Seiten zu einer wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Einigung für eine Fusion gekommen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Anzeige  

 

Den Gremien der Anteilseigner sowie der beiden Unternehmen solle nun das wirtschaftliche Ergebnis der Fusionsprüfung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Gremien sollen dadurch einen ausführlichen Überblick über die Bewertung, das Konzept für den Zusammenschluss sowie über wichtige rechtliche Dokumente erhalten. Ebenso sollen die testierten Jahresabschlüsse unter die Lupe genommen werden.

Eigentlich sollte die betriebswirtschaftliche Bewertung der Unternehmen bereits Anfang 2019 erfolgen. Aufgrund der Negativzinsen auf den Kapitalmärkten sei es beim Wertermittlungsverfahren jedoch zu Verzögerungen gekommen. Nun solle dies im Laufe des Jahres 2020 erfolgen. Wenn die Beschlüsse aller Gremien vorliegen, soll die Fusion mit Rückwirkung zum 1. Januar 2020 umgesetzt werden. Über Inhalte der wirtschaftlichen Einigung sei indes Stillschweigen vereinbart worden. Über Vereinbarungen und nächste Schritte wollen beide Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

„Ich bin sehr froh, dass die beiden Provinzial-Gruppen nach hartem Ringen zu einem guten Kompromiss gefunden haben, mit dem aus meiner Sicht beide Seiten sehr gut leben können. Durch die Fusion würde ein Top-10-Versicherer entstehen mit einem Beitragsvolumen von über sechs Milliarden Euro.“, sagte Wolfgang Breuer, Vorstandsvorsitzender der Provinzial NordWest.

Anzeige  

 

Hintergrund der aktuellen Fusionspläne ist, dass sich die Eigner der Versicherer, die Sparkassen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, in Zeiten niedriger Zinsen eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit versprechen. Kosten sollen eingespart werden — aber darüber hinaus soll auch mehr Geld für teure Digitalprojekte freigeschaufelt werden. Den vielen regionalen Unternehmen im Sparkassen-Verband, oft eigenständig agierend, sei es demnach kaum möglich, teure Milliardenprojekte für Digitalstrategien anzuschieben. Das würde sich durch die Fusion ändern.